Addicted

Addicted, Teil 3/? 

Autor: rachiel (famyhein@t-online.de) 
Disclaimer: alles meins!! ^^ 
Bewertung: ab 17 
Warnung: nichts, nur miese Sprache und ein bisserl angedeutete Gewalt, nix 
schlimmes (später geht`s erst richtig los) 


"..." = gesprochenes 
/.../ = gedachtes 
*...* = betontes Wort


*-*-*-*-* 


"He, alles klar mit dir?" 

Nichts.

"Hey, Süßer, alles in Ordnung mit dir???" 

Eine dumpfe Stimme durchdrang schwach die tiefe Schwärze, die ihn gefangen 
hielt. 

"Haaallooooo! Süßer, wach auf!!" 

Er spürte wie jemand heftig an seiner Schulter rüttelte und die Schwärze fing an 
zu wabern. Plötzlich ein brennender Schmerz an seiner Wange, der seine Ohnmacht 
endgültig vertrieb. Seinen Lippen entfuhr ein leises Wimmern. 

"Na endlich! Puh, bin ich vielleicht froh, über keine Leiche gestolpert zu 
sein." 

Müde und unter großer Anstrengung, gelang es ihm schließlich mühsam sein linkes 
Auge aufzuschlagen, danach das rechte. Verwirrt blinzelte er die fremde Frau vor 
sich an. 

"Na Süßer? Wieder wach?"

Langsam nahm ihr Gesicht schärfere Konturen an, bis er schließlich ein recht 
düster blickendes, schon älteres, aber recht hübsches, wenn auch leicht derbes, 
Frauengesicht erkannte. Fast schon stechend blaugraue Augen sahen ihm entgegen, 
schienen sich jedes einzelne Detail von ihm einzuprägen. 

Plötzlich veränderte sich ihr Ausdruck vollkommen, und ein breites Grinsen 
erhellte ihre scharfen Züge. 

"Man Süßer, du schaust mich an, als hättest du noch nie eine Frau gesehen! 
Oder, noch besser, noch nie ein menschliches Wesen! 
Na, wie auch immer, geht`s dir gut? Siehst nämlich beschissen aus. 
Wurdest du überfallen? Kann ich dir irgendwie helfen?" 

Ihm war klar, dass er ihr endlich eine ihrer Fragen beantworten sollte, wäre es 
ihm nur nicht so schwer gefallen, sich auf irgendetwas zu konzentrieren. 
Sein Kopf dröhnte, seine Schläfen klopften schmerzhaft und seine Augen vielen 
ihm immer wieder zu. 

Sein ganzer Körper schrie einfach nur nach Ruhe und Schlaf! Er fühlte sich 
betäubt, völlig unfähig sich auch nur einen Millimeter von der Stelle zu rühren. 

"Man Kleiner, die scheinen dich aber echt fertig gemacht zu haben, zumindest 
siehst du so aus, als wärst du zusammengeschlagen worden. 
Ist mir auch schon passiert. Ist nicht lustig, ganz im Gegenteil. Man sieht 
dabei genauso scheiße aus, wie du im Moment. 
Nanana, nicht einschlafen! Das ist ein ganz schlechter Ort dafür, glaub mir. 
Hast du `ne Wohnung? Am besten in der Nähe?" 

Er fühlte sich wirklich beschissen, so wie diese Frau dort sagte. Gut das sie 
nicht gerade leise sprach, dass hielt ihn davon ab wieder einzunicken, und 
er wusste nicht, ob er dann nochmal aufwachen würde. 
Zumindest nicht ohne fremde Hilfe. 

"Sag mal, verstehst du mich eigentlich? Scheiße, was mach ich nur mit dir? 
Hmmm.. am besten wär`s, du kommst mit zu mir. Hey, kein Grund mich so ängstlich 
anzuschauen, ich tu dir nichts, wirklich. 
Ich bin eine der Letzten, die deine Situation, in welcher Weise auch immer, 
ausnutzen würde, glaub mir. Wie schon gesagt, mir ist das auch mal passiert. 
Also, kommst du mit? 
Ich pfleg dich dann bei mir zu Hause, so lange, bis du wieder auf deinen Beinen 
stehen kannst, ohne umzufallen. 
In Ordnung? Ich heiße übrigens Rose, und du mein Hübscher?" 

Mit diesem kleinem Redeschwall und einem vertrauensweckendem, freundlichem 
Lächeln, reichte sie ihm die Hand. 
Er versuchte sich ganz gar auf diese primitiven Bewegungsabläufe zu 
konzentrieren, diese Hand zu nehmen und sich mit Roses Hilfe aufzurichten, 
wobei er die Kopfschmerzen in die hintersten Ecken verdrängte. 

Mit schmerzvollen Grimassen und viel Kraftanstrengung gelang es ihm schließlich 
auch aufzustehen und sich auf die fremde Frau zu stützen. Er stöhnte auf, als er 
mit seinem linken Fuß auftrat. 

"Hast du ihn dir gebrochen? Hoffentlich ist er nur verstaucht, ich will nämlich 
nicht ins Krankenhaus. Ich hasse Ärzte, die wollen immer viel zu viel wissen, 
mehr als ihnen gut tut, wenn du mich fragst. 
Hey, du hast mir ja immer noch nicht verraten wie du heißt! Oder willst du das 
gar nicht?" 

Er räusperte sich und hustete ein wenig, um eine einigermaßen verständliche 
Stimme zu haben, und wollte gerade ansetzen, als er stockte. 
Verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen, dann war auf einmal leichte Panik in 
seinem Blick zu erkennen. 

"Alles in Ordnung, wenn du ihn mir nicht sagen willst, dann musst du es nicht. 
Sag mir einfach einen anderen, damit ich nicht die ganze Zeit mit einem 
namenlosen Kerl zusammen bin, okay?" 

"Das -räusper- , das ist es nicht, ich.. ich.. " 

"Du?" , hakte sie nach, nachdem er ins Stocken geraten war. 

"Ich.. ich weiß ihn einfach nicht mehr! Aber das kann doch gar nicht sein, oder? 
Jeder Mensch hat doch einen Namen? Wieso kann ich mich dann nicht mehr an ihn 
erinnern?? Und wieso.. warum, warum weiß ich *gar* nichts mehr über mich?? 
Warum weiß ich nicht einmal mehr, w e r i c h b i n???!" 

Gequält ballte er seine Hände zu Fäusten und presste sie gegen seine pochenden 
Schläfen. Eine Weile geschah nichts, zu erschütternd war sein Geständnis für 
Rose, und vor allem auch für ihn selbst gewesen. 

Dann hob Rose ihre linke Hand, da sie ihn mit dem rechten Arm stützte, und 
streichelte ihm hauchzart über die Wange, wischte dabei die einzelne Träne fort, 
die sich ungefragt ihren Weg gebahnt hatte. 

"Schhhhhh, ganz ruhig, alles wird wieder gut, alles wird wieder gut, glaub mir. 
Das wird schon wieder werden, alles wird sich wieder einlenken, du wirst schon 
sehen. 
Jetzt bin ich ja da, ich werde dir helfen dein Gedächtnis wieder zu erlangen, 
das braucht nur ein wenig Zeit. Du stehst eben noch unter Schock, aber das gibt 
sich wieder, du wirst schon sehen, vertrau mir.." 

Sie brabbelte soviel sinnloses Zeug, bis er sich wieder beruhigte und aufhörte 
zu zittern. Tröstend strich sie ihm über den Rücken und bemerkte jetzt erst 
richtig, wie kalt er eigentlich war. 

"Komm schon, das legt sich, da bin ich mir ganz sicher. Weißt du was? So lange 
du dich nicht erinnern kannst, du aber in der Zeit einen Namen brauchst, werde 
ich dir einfach einen neuen geben, nur bis deine Erinnerungen wieder zurück 
sind, okay?" 

Er nickte schwach. Die Aufregung über die Erkenntnis, dass er sich an rein gar 
nichts mehr von sich erinnern konnte, hatte seinen letzten Tribut gefordert und 
eine eiserne Starre hatte Besitz von ihm ergriffen. 

"Gut! Hmmm, lass mal überlegen.." 

Sie hielt ihn mit ausgestreckten Armen vor sich hin und betrachtete ihn nochmal 
bis ins letzte Detail. 

"Ha! Wie wär`s mit Raphael? Weißt schon, einer dieser Engel. Ich mag den Namen. 
Michael ist schon wieder viel zu gewöhnlich, Gabriel heißt kein Mann mehr, 
Uriel nennt sich auch keiner und Luzifer erst recht nicht, der wird nur von den 
Satanisten missbraucht." 

"Warum nach einem Engel?" 

Seine Stimme klang mehr nach einem Krächzen als nach der Stimme eines 
ausgewachsenen Mannes. 

"Na weil du mir so gut gefällst. Was meinst du warum ich dich mit Hübscher 
angesprochen habe? Das mache ich nicht bei jedem, kannst mir ruhig glauben. 
Und mit deinen großen blauen Augen, die mich so unschuldig anschauen, 
und deinem schneeweißen Haar - so stelle ich mir einen Engel vor, zumindest wenn 
ich an Engel glauben würde." 

Er runzelte die Stirn. 

"Ich hab keine weißen Haare, meine Haare sind braun." 

"Oh man, dich hat`s aber gewaltig erwischt." 

"Nein, nein wirklich. Das- das weiß ich noch, meine Haare sind braun." 

"Na dann ist das entweder das weißeste braun, dass ich je gesehen habe, oder das 
beste Bleichmittel und die beste Färbung, welche es gibt. Glaub mir mein Süßer, 
dein Haar ist strahlend weiß. 
Daher musste ich gleich an einen Engel denken, als ich dich so da liegen sah, 
mit deinem hübschen Gesicht. Na ja, ein ziemlich zerlumpter Engel, dein Hemd ist 
ganz schmutzig und zerrissen, wie auch deine Hose, aber trotzdem." 

Er zog verwirrt und leicht ungläubig die Augenbrauen zusammen. 

"Na, wenn du`s mir nicht glaubst.." 

"Autsch!" 

Grinsend hielt sie ihm ein Haar hin, dass sie ihm gerade herausgezupft hatte. 

"Da hast du dein braunes Haar." 

Mit großen Augen betrachtete er das weiße Haar in ihren Fingern. 
Dann stöhnte er wieder auf, die Kopfschmerzen drängten sich wieder schmerzvoll 
in sein Bewusstsein. 

"Au weh, wir sollten endlich zu mir gehen, sonst krachst du mir hier noch 
zusammen, und eins sag ich dir: Tragen kann ich dich nicht. 
Ist Raphael jetzt ok?" 

Er rieb sich müde über die Augen und die Stirn, während sie wieder einen Arm um 
seine Hüften legte, um ihn beim gehen zu stützen. 

"Raphael.. Ja..ja, ist ok. Danke, Rose." 

Sie lächelte warm, so dass ihre Augen nicht mehr ganz so stechend wirkten. 

"Gern geschehen, Raphael." 

Somit setzten sie sich in Bewegung und er war wirklich dankbar, dass sie ihn 
aufrecht hielt, ohne ihre Hilfe hätte er es wohl kaum geschafft. Vor allem 
nicht mit seinem Fuß, den er mehr oder weniger hinter sich herschleifte. 

Als er soweit wieder wach war, seine Gegend bewusst aufzunehmen, erschreckte er 
ein wenig. Hier hatte er gelegen? 
Es war eine ziemlich finstere Seitengasse, die vor Dreck und Abfall nur so 
wimmelte. Wahrscheinlich sah er nicht viel besser aus - und roch auch nicht viel 
besser. 

Nach ein paar Winkeln und Gassen gelangten sie anscheinend auf eine Hauptstraße. 
Und eine sehr gut besuchte dazu. Zumindest wusste er nun, wo er gelandet war: 
Mitten im Rotlichtmilieu. 
Etwas stutzig drehte er den Kopf zur Seite und betrachtete Rose nun genauer, 
wobei er hier nun auch reichlich mehr Licht hatte. 

Überall prangten Leuchtschriften in den grellsten Farben auf, die 
Straßenlaternen folgten dicht auf dicht und beleuchteten ihren Weg. 

Rose hatte dunkelrotes, wahrscheinlich gefärbtes, Haar, mit helleren, auch roten 
Strähnen drin. Es war locker an den Schläfen nach hinten zusammengefasst und 
viel ihr lang und lockig frei bis über die Schulterblätter hinab. 
Ihre Lippen waren dunkelrot geschminkt, ihre Augen mit einem hellblauen 
Lidschatten. 

Ihr Top, dass anlag wie eine zweite Haut und ihre Oberweite, die nicht zu 
verachten war, somit genauestens wiedergab, war hellblau, worüber sie eine 
schwarze Lederjacke trug. 
Allerdings hatte sie nicht wie von ihm erwartet einen Minirock an, sondern eine 
sehr enge, rote Lederhose, und auch keine kniehohen Lederstiefel, sondern fast 
ganz normale, schwarze Stöckelschuhe. 

"Na Süßer, was schaust du so? Was hast du denn geglaubt, was ich bin? 
`Ne Angestellte in `nem schicken Büro? 
Nee, da muss ich dich enttäuschen, ich verdiene mein Geld indem ich die Beine 
breit mache. Leider, aber der Schuppen wo ich arbeite, ist nicht schlecht. 
Glaub mir, es gibt weitaus schlechtere, ich kann echt froh sein, dort zu 
arbeiten. 
Wir sind gleich da, schau, dort drüben arbeite und wohne ich." 

Sein Blick folgte ihrem Finger. Dort stand eines dieser zahlreichen, düsteren 
Gebäude. Dort prangte in großen, pinken Leuchtbuchstaben ''Sweet chicks''. 
Er hob die rechte Augenbraue hoch. 

/Was für ein einfallsreicher Name.../ 

"Hey Rose, wen hast du dir denn da angeschleppt?" , fragte eine zuckersüße 
Stimme, für seinen Geschmack zu süß, und sie fuhren herum. 

Eine leicht dürre Frau mit falschem blonden Haar und pink-schwarzem Lederoutfit 
stand mit einem unfreundlichen Lächeln auf ihren aufgeputschten Lippen an eine 
Laterne gelehnt vor ihnen. 

"Davon mal abgesehen dass er ziemlich ramponiert und arm aussieht - ist er 
nicht ein wenig zu jung für dich? Ich meine ja bloß, du bist nicht mehr die 
Jüngste.." 

"Danke, ich weiß sehr wohl was du meinst, Jenny." 

Roses sowieso schon rauchige Stimme klang jetzt noch gefährlicher. Sie kam schon 
fast einem Fauchen gleich und Raphael bemerkte die vielen neugierigen Blicke, 
die auf sie vielen. 

"Nur seltsam, dass ich trotzdem mehr Kunden habe als du, die auch immer wieder 
zu mir kommen und nach mir verlangen, und nicht gleich nach einer Nacht wieder 
Reißaus nehmen. Nicht wahr, Jenny??" 

Allgemeines, spöttisches Gelächter war zu hören. Jenny warf ihren Kopf 
hoheitsvoll zurück und versuchte Roses Gegenschlag einfach zu ignorieren, was 
ihr allerdings nicht so recht gelingen wollte, angesichts ihres zornigen 
Gesichtsausdrucks. 

Rose grinste zufrieden, und drehte sich, ihn immer noch im Arm, mit einem Ruck 
um, so dass er wie eine willenlose Puppe hinter ihr hergeschleift wurde. 

"Man, diese blöde Zicke geht mir vielleicht auf`n Wecker. So ´ne blöde Ziege sag 
ich dir. Keine Kunden, aber große Töne spucken. So, da wären wir!" 

Mit Schwung betrat sie den Club und zerrte ihn mit sich. Es ging eine kleine 
Treppe hinab und schon wurden sie von einem Schwall Musik, Rauch und Gelächter 
empfangen, doch sie zog ihn einfach weiter, bis sie an der großen Theke stopp 
machte. 

"Hey Jimmy! Einen Drink bitte!" 

Sofort drehte sich ein gestresster Barmann um, lächelte jedoch breit, als er 
Rose sah. 

"Sofort, oh meine ewig blühende Rose!" 

Ein paar Augenblicke in dem er sich seltsam beobachtet fühlte, und somit 
ziemlich unruhig zappelnd neben Rose stand, kam der Mann her und stellte ein 
undefinierbares Getränk, in allen möglichen Rotfärbungen, vor ihr hin. 

"Und wer bist du, Kleiner? Doch nicht Roses neuester Verehrer?" 

Raphael blickte in das breit grinsende Gesicht vor sich, mit einem Dreitagebart, 
verwuscheltem, dunklem Haar und freundlichen haselnussbraunen Augen, und empfand 
ihn gleich als sympathisch. 
Freundlich, aber ein wenig unsicher, lächelte er zurück und schüttelte nur den 
Kopf. 

"Jim, was geht nur immer in deinem verrücktem Hirn vor." antwortete Rose, 
nachdem sie den Drink in ein paar Zügen gelehrt hatte. 

"Wo ist unser Big Boss? Ich müsste kurz mit ihm sprechen." 

"Der sitzt dort hinten und spielt Karten." 

Rose folgte seinem Blick, verabschiedete sich mit einem kurzem Nicken und 
'Danke' von Jim und schlängelte sich mit Raphael im Gepäck durch die 
Menschenmasse hindurch, bis hin zu einem größeren, muskulösen Mann mit hellem, 
staubblonden Haaren, der sie schon von weitem geortet hatte. 

"Na Rose, wen schleppst du mir denn diesmal an." 

Sein schnippischer Tonfall und sein kritischer Blick ließen Raphael 
zurückweichen, sie erinnerten ihn... seine Kopfschmerzen unterbrachen seine 
kreisenden Gedanken und er richtete seine Aufmerksamkeit wieder dem Fremden zu. 

"Ich schleppe nirgendwen-" , wollte Rose gerade zu ihrer Verteidigung 
vorbringen, doch sie wurde abrupt unterbrochen. 

"Zeig mal her." , meinte der Kerl, und ihm kam die Galle hoch, als der seine 
Finger nach ihm ausstreckte. 

Doch Rose unternahm nichts dagegen und er wurde an einem Fetzen seines 
ehemaligen Hemdes hervorgezogen. Angeekelt schaute er zu seinem sitzenden 
Gegenübers hinunter, der ihn verwundert und gleichzeitig glücklich anstarrte. 

"Wahnsinn Rose, wo hast du den denn her! Ich hoffe doch nicht von irgendwem 
anderen? Nein? Ist nämlich ein echt hübsches Kerlchen.. diese Haare und das 
unschuldige, hübsche Gesicht.. und der Körper ist auch nicht zu verachten." 

Als eine Hand des widerlichen Kerls über seinen freien Bauch fuhr, wich Raphael 
entsetzt zurück, und wollte diesen Mistkerl schon anschreien, als Rose ihn 
unterbrach. 

"Nein Kyle! Ich habe ihn nicht deshalb hergebracht, dass er für dich als 
Stricher arbeitet! Würdest du mir bitte mal zuhören?!" 

"HM?" 

/Was für ein geistreiches Kommentar von ihm. Kein Wunder, dass das Bordell so 
einen tollen Namen wie ''Süße Biene'' bekommen hat./ 

"Der arme Junge wurde brutal zusammengeschlagen und dann liegengelassen, und ich 
wollte fragen, ob ich ihn bei mir wohnen lassen kann, so lange bis es ihm wieder 
gut geht und er dahin zurückkann, wo er herkommt." 

"Oh Rose, nicht schon wieder die heilige Mutter Theresa- Nummer! Langsam hab 
ich`s satt. Schau mich nicht so an, du weißt doch genau.. ach, Rose. 
Grrr, na gut, aber wehe er stört mein Geschäft, dann setzt ich ihn 
eigenhändig vor die Tür, dass kannst du mir glauben!" 

Rose grinste breit über beide Ohren und gab ihn einen leichten Kuss auf die 
Wange. 

"Ich dank dir, Chef. Raphael, nimm ihm das von vorhin nicht übel, ja? 
Chef, dass hier ist Raphael, Raphael, dass hier ist unser Big Boss, Kyle." 

Zögernd nahm Raphael die dargebotene Hand, und obwohl er jetzt wusste, dass der 
Mann nicht ganz so schlimm war, wie er zu sein zu schien, wurde er dieses ungute 
Gefühl nicht los, dass er bei ihm verspürte. 

"Freut mich dich kennen zu lernen, Raphael. Fühl dich hier wie zu Hause. Aber 
wehe du machst irgendetwas, was mir und meinem Geschäft schadet, dann wirst du 
nicht so gut wegkommen, wie bei deinem jetzigem Überfall. Klar??!" 

/Glasklar. 
''Verschwinde so schnell wie möglich, wenn du mir auf die Nerven fällst, werfe 
ich dich raus, stellst du was an, bring ich dich um.'' 
Arschloch!/ 

Schon mischte sich Rose wieder ein. 

"Mach dem armen Jungen doch keine Angst! Der ist doch total fertig und hat 
sicher noch nicht mal ein Bordell nur von der ferne gesehen, oder war auf`m 
Straßenstrich. Bei seinem Alter!" 

Der coole Typ wischte sich auf einmal seufzend durch`s Gesicht, betrachtete ihn 
dann genervt. 

"Sag bloß, du bist noch nicht erwachsen. Das wär dann nämlich noch was, um das 
ich mich kümmern müsste, obwohl du nicht einer meiner Stricher bist." 

Raphael spürte wie er rot anlief und eine plötzliche, und irgendwie auch 
bekannte, Wut in ihm hochstieg, und ehe er überhaupt nachdenken konnte, was er 
antworten sollte, erwiderte er auch schon patzig: 

"Warum muss mir das jeder unter die Nase halten, dass ich viel jünger aussehe, 
als ich wirklich bin! Mensch, ich bin schon 24!!!" 

Kurze Stille, zumindest seitens Rose und Kyle, die ihn beide verblüfft, und Rose 
sogar mit angehaltenem Atem, anstarrten. Abermals stieg ihm leichte Röte ins 
Gesicht. Warum konnte er seinen Zorn auch nie im Zaum halten! 

"Grmmpf- aaahh-hahahahahahahahahahahahahahahaaaaaa! Oh, Jungchen, schon gut, 
schon gut, kein Grund sich so aufzuregen." 

Verduzt sah Raphael den Chef an, der sich langsam beruhigte und wieder seine 
coole Miene aufsetzte. *Der* konnte lachen??? 

"Okay Jungchen. Das war zwar eindeutig gelogen, aber ich glaub dir, dass du 
erwachsen bist. Gerade mal 18 Jahre alt, oder?" 

Widerwillig nickte Rafael, auch wenn es nicht stimmte, er hatte wirklich sein 
echtes Alter gesagt. Aber ihm glaubte sowieso nie jemand, wenn es um sein Alter 
ging, also beließ er es dabei. 

"Also 18. Und dann schon weiße Haare? Eigentlich blond, oder?" 

Warum musste jeder auf seine Haare anspielen! Sie waren braun, verdammt! Was 
konnte er dafür, dass er ein paar weiße Strähnen hatte. Dass sie ganz weiß 
waren, würde er erst glauben, wenn er es sah. 

"Nein, braun.", knirschte er, eindeutig verstimmt. 

"Hm, na auch egal. Sieht zumindest verdammt geil aus. Pass auf, dass dich meine 
Kunden nicht mit einem 'Angestellten' verwechseln und lass dir von Rose neue 
Klamotten geben. So wie du hier rumläufst... 
Und wehe du machst mir Ärger!!!" 

Den letzten Satz hatte er geschrieen, denn Raphael wurde schon von Rose durch 
die Menge geschoben, geradewegs zu einem Aufzug. 
Sie drückte auf den dritten Stock. Dabei lächelte sie. 

"Es gibt drei Stockwerke, weißt du.", fing sie an zu erklären. 

"Je weiter oben du arbeitest, desto besser wirst du bezahlt, und obwohl ich 
schon älter bin, arbeite ich immer noch dort. Und darauf bin ich stolz. 
Ich werde nicht warten, bis Kyle mich abschiebt, 
sondern kündigen und mir eine kleine Wohnung mieten, einen normalen Job annehmen 
und schließlich wie alle anderen eine alte Frau werden. 
Doch in Gegensatz zu so vielen, werde ich glücklich sterben. Da bin ich mir 
sicher." 

Sie lächelte ihn an und er lächelte zaghaft zurück. Er wusste nicht, wie er 
darauf reagieren sollte. Doch bevor er sich überlegen musste, was er sagen 
könnte, sprang der Aufzug auf. 

"Wir sind da." 

Sein erster Blick viel auf den samtroten Teppich, der überall ausgelegt war. 

"Mein Zimmer ist weiter hinten." 

Sie gingen an einigen Zimmertüren aus dunklem Holz entlang, auf jeder war ein 
goldenes Schildchen angebracht. Insgesamt glich es hier eher einem edlem Hotel, 
als einem Bordell. 

Als Rose schließlich vor einer der Türen stehen blieb, sah er, dass auf dem 
goldenem Schildchen nur ihr Name eingraviert war, der von Rosengeflechten 
umschmückt war. 

Sie sperrte auf, und das erste, was er wahrnahm, war Rosenduft. Jedoch nicht zu 
süß, sondern angenehm und betörend. Der erste Raum war ein kleines Wohnzimmer, 
die Möbel waren in sanften beige-weiß Tönen gehalten, der Teppich war hatte die 
Farbe zartrosa Blütenblätter. 

"Da drüben ist das Schlafzimmer, und dort ist das Bad.", meinte Rose, und zeigte 
mit dem Finger erst nach rechts, dann nach links. 

"Am besten ziehst du deine Kleidung gleich hier aus, sorry Süßer, aber sonst 
machst du mir alles schmutzig." 

Er zögerte leicht, doch er vertraute ihr jetzt schon, und als er hörte, dass sie 
zusperrte und den Schlüssel danach mitten auf den Wohnzimmertisch, der wieder 
aus diesem dunklem, schönen Holz bestand, legte, kam er ihrer Bitte nach. 

Erst die Schuhe, oder besser gesagt, das, was von ihnen übrig war, und nach und 
nach seine dünne Kleidung, wovon er sowieso wenig anhatte. 
Er packte alles auf seine Arme und hörte plötzlich einen scharfen Atemzug. 

Verwirrt schaute er zu Rose, die in leicht entsetzt ansah. 

"Was ist denn? Habe ich was falsch gemacht?" 

Sie atmete nochmals tief durch, dann schien sie sich wieder zu fassen. 

"Komm, gehen wir ins Bad, dort kannst du dich waschen und ich kann deine Wunden 
versorgen." 

"Wunden?" 

Er sah an sich hinunter. Und stockte. Überall war verkrustetes Blut auf seinem 
Körper, überall, wo noch Kleidung vorhanden gewesen war. Er fragte sich, warum 
er nichts spürte, keine Schmerzen hatte, und ob er hinten wohl genauso schlimm 
aussah. 

"Komm Raphael, komm her, ich helfe dir, das wird schon wieder. Raphael, bitte, 
komme her." 

Sie klang auf einmal traurig und erschöpft, ihr Blick war voller Mitleid, und 
trotzdem, irgendetwas war falsch... 
Sein Kopf dröhnte, er konnte das Blut durch seine Adern rauschen hören. 
Immer wieder spulte sich dieses eine Wort in seinen Gedanken ab: 

"Raphael, Raphael, Raphael, Raphael, Raphael, Raphael, Raphael, Raphael, Ra..." 

Es war, als durchzuckte ihn ein Blitz, der kurz sein Innerstes erhellte, ihn 
verbrannte. Und obwohl er so schnell wieder erlosch, wie er gekommen war, so 
blieb ihm doch ein einzelnes Wort erhalten. 

Er trat vor, in ihre Richtung und blieb einen Meter weit vor Rose stehen. 
Er sah ihr tief in die Augen, die seinen Blick erwiderten, wenn auch leicht 
irritiert. 

"Joel...", sagte er, mit leiser, aber fester Stimme. 

"Ich heiße Joel." 


*-*-*-*-*



Ende Teil 3, Fortsetzung folgt.. (WHAAhahahahhaaaaa! - Größenwahn schlägt zu) 

Feedback? Würde mich sehr freuen zu erfahren, dass jemand diese verrückte 
Geschichte liest! :) 
Bye, bye, rachiel!!!

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