Addicted

Addicted, Teil 4c/? 
Autor: rachiel (famhein@t-online.de) 
Disclaimer: alls meins, also: Finger weg! ;p 
Bewertung: ab 17 
Warnung: V-I-O-L-E-N-C-E!!! Wirklich, kein Witz! 
Feedback: würd mich RIIIEEESIG freuen! ^_____^ 

Der dritte Teil der Black-Panther-Reihe und *vorerst* der Letzte. 
Liest sich am Anfang etwas seeeeeehr langweilig, sorry... 
Gewidmet all meinen Lesern! Wobei ich hoffe, euch durch die letzten zwei Teile 
nicht zu sehr abgeschreckt zu haben... ~__^ °° 
Danke noch mal besonders an Hoschi, Jam-chan, Sandy, Diva, Imani (nein, ich hab dich 
nicht vergessen!), Yuri-chan, Marron, Asako-chibi-chan und Kassio-chan!!!! 
Außerdem danke ich noch einer ganz lieben Seele, die sich sonst nur in den Galerien 
rumtreibt und die die Probleme des Schreibens nur zu gut kennt, deren Namen aber ein 
Virus verschluckt hat - tut mir leid! 
Sollte ich jemanden vergessen haben, so tut mir das wirklich aufrichtig leid. 
Mir liegt sehr viel an euren Kommtaren! 
*knuddelt alle* 

Okay, HAVE FUN!!! ^_____^ 

"..." = gesprochenes 
*...* = betontes 

~*~~*~~*~~*~ 

... 

... ... 

Süchtig... 
Nach mehr... 
Geschmack lockt die Zunge... 
Tanz löst die Seele.. 
Rhythmus im Blut... 
Süchtig... 
Nach mehr... 
Verloren in Farben... 
Musik benebelt Gedanken... 
Geschmack raubt die Sinne... 
Süchtig... 
Nach mehr... 
Meer aus Küssen... 
Hände voller Krallen.. 
Körper in Flammen... 
Süchtig... 
Nach mehr... 
Stimmen süß wie Honig... 
Trance der Gefallenen... 
Lust verführt die Seele... 
Süchtig... 
Nach mehr... 

... ... 

... 


"IEEK!" 

Zu Tode erschrocken setzte ich mich mit einem Ruck auf und blinzelte verwirrt in der 
Gegend herum. Etwas eiskaltes und pitschnasses hatte mich mehr als nur unsanft aus 
dem wohlverdienten Schlaf gerissen. 

"Na, endlich wach, Vincent? Siehst gar nicht mehr so gefährlich aus, wenn du schläfst." 

Böse blickte ich zu meinem rotblonden Kollegen auf. 
Dieser wich zwei Schritte zurück und hob besänftigend die Arme. 

"Aber nicht doch, beruhig dich wieder! Also, wenn Blicke töten könnten, dann wäre 
deiner der Tötungsblick schlecht hin, dass kann ich dir sagen. 
Brrr, da bekommt man ja Angst!" 

Ich knurrte warnend, beließ es aber dabei und streckte meine sämtlichen Glieder, 
bis es knackte. Ein leichtes Schmunzeln huschte über meine Züge, als ich an Richards 
Bemerkung darüber denken musste:
'Du räkelst dich sogar wie eine Katze, also bist du auch eine!' 

"Na, dir scheint es ja gut zu gehen, so wie du vor dich hingrinst. Aber jetzt beeil dich 
mal mit dem Aufstehen, der Chef will dich sehen. Und zwar so schnell wie möglich!" 

Langsam, völlig unbeeindruckt von seinen Worten, richtete ich mich auf und schlich 
ins Badezimmer. Ein kurzer Blick in den Spiegel bestätigte, dass der Schlaf mein 
unwiderstehliches Äußeres wieder gänzlich hergestellt hatte, und ich wusch mir lächelnd 
das Gesicht. Kurz trocknete ich mich ab, bürstete meine dunklen Haare und betrachtete 
mich zufrieden. 

Ja, Vincent, der schwarze Panther war wieder da! 
Als ich zurückkam sah mich mein Kumpel irritiert an, doch ich ignorierte ihn einfach. 
Er wusste doch, dass ich nackt schlief, sollte er nicht so blöd gucken. 
In aller Ruhe kleidete ich mich an, alles in schwarz bis auf das grüne Seidenhemd, 
welches perfekt mit meinen Augen harmonierte. 

Zum Schluss setzte ich mir nur noch die schwarze Sonnenbrille auf den Kopf, ehe ich 
mich zu ihm umdrehte und meinte: 

"Wir können gehen." 

"Och, zu freundlich aber auch! Gestatten sie, dass ich Ihnen die Tür öffne, Dornröschen?" 

Dabei vollführte er allerlei peinliche Gestiken, machte die Tür auf und verbeugte sich 
theatralisch vor mir. 
Ich hob die rechte Augenbraue und sah vernichtend auf ihn herab. 

"Weißt du Francis, langsam solltest du den Unterschied zwischen schlafenden 
Prinzessinnen und Raubkatzen aber kennen. Sonst lebt man gefährlich." 

Mit hocherhobenen Haupt stolzierte ich an ihm vorbei und wartete darauf, dass er die Tür 
abschloss. Er war schon ein Riese, mit seiner Größe von zwei Metern. 
Grinsend schaute er mir ins Gesicht. Wie immer hatte er einen Dreitagebart, die ersten 
drei Knöpfe seines weißen Hemdes waren geöffnet und sein struppeliges Haar fiel wirr in 
sein sonnengebräuntes Gesicht. 

"Du hast dich nicht verändert, Vincent." 

"Danke. Du dich auch nicht. Nicht im Geringsten.", erwiderte ich trocken, und marschierte los, 
geradeaus den langen, gut beleuchteten Gang entlang. 

Wir waren unmittelbar durch das Schlafzimmer hinausgegangen und somit direkt im Inneren 
dieses Gebäudes gelandet. Schweigend gingen wir nebeneinander bis zur ersten Gabelung, 
liefen nach links weiter, bis zu den Aufzügen. 
Ich drückte auf den Knopf, für den nur für uns zugelassenen Lift, und wir warteten, 
ich vor der Tür, er an der Wand lehnend. 

"Und, wie war`s? Alles klar?" 

Ich zuckte mit den Schultern. 

"Es ging alles so, wie es sollte." 

"Aha."

Wieder Stille. Wo blieb nur der Lift? Ungeduldig schaute ich auf die Uhr. 
Auf einmal schnaubte Francis heftig. 

"Arrgh, musst du mich immer mit so kurzen Phrasen abspeisen?!" 

Ich konnte mich gerade noch beherrschen und so blieb es bei einem kurzen Zucken 
der Mundwinkel. 

"Haha! Glaub bloß nicht, ich hätte das nicht gesehen.
Grrr, okay, ich halt's nicht mehr aus: Was verdammt noch mal machst du im privaten 
Schlafzimmer unseres Chefs??" 

Jetzt musste ich doch lachen. Es war einfach zu komisch wie sich dieser große Kerl 
aufregte. Man könnte schon fast sagen, ich hätte ihn vermisst. 

"Du meinst wohl, was ich darin gemacht *habe*.", verbesserte ich ihn. 

"Du meinst wohl, was ich darin gemacht *habe*.", äffte er mich in einer gekünstelt hohen 
Stimmlage nach, worauf er sich einen finsteren Blick einfing. 

Ich war keine Schwuchtel! Und meine Stimme war auch nicht hoch. 
Wütend stemmte er die Hände in die Hüften und keifte mich von oben hinab an. 

"Haben Prinzeschen nun vielleicht die Güte mich aufzuklären?! Nächstes Mal halt ich 
dir nicht mehr den Rücken frei, dass kannst du mir glauben." 

Oh je, jetzt hatte ich ihn doch verärgert. Seufzend schaute ich zu ihm hoch, lächelte ihn 
entschuldigend an und klimperte frech mit den Augen. 

"Aber meine holder Prinz, Ihr wisst doch, ich würde Euch nie untreu sein. 
Ich war einfach zu geschafft, um es noch in mein Quartier zu schaffen. Bitte verzeiht!" 

Sein dämlicher Gesichtsausdruck war einfach zu schön um wahr zu sein. 

"Doch wenn Ihr mir nicht glauben wollt..." 

Demütig senkte ich den Kopf, immer noch meine Rolle verkörpernd. 
Danach war es ruhig, keiner von uns rührte sich. Das durchdringende 'Bing' des 
Aufzugs ließ uns beide zusammenzucken, und schließlich hielt ich es nicht mehr aus. 
Jedoch kam mir Francis zuvor, er brach in einen tosenden Lachanfall aus, was wegen 
seiner tiefen Bassstimme ziemlich beeindruckend klang. 

Ich fiel mit ein, schleppte mich mit letzter Kraft in den kleinen Kasten und lehnte mich 
an die kühle Wand, fasste mir an den Bauch. 
Francis patschte eine seiner Pranken auf meine Schulter und keuchte. 

"Oh man. Ich bin... völlig außer... Atem. Puuuh. Weißt du was Vincent? 
Ich hab dich richtig vermisst. Ich sag's ja nur ungern, aber ohne dich ist der Laden 
hier total aufgeschmissen. Schön, dass du wieder da bist." 

Überrascht blinkte ich ihn an. DAS hatte ich nicht erwartet. Auch nicht, dass mich seine 
Worte irgendwie erfreuten. 
Tja, ich war eben ein wichtiger Typ, und die Neulinge vom letzten wie in diesem Jahr, 
konnten sich auf was gefasst machen. 
Ich grinste breit, zeigte meine Eckzähne. 

"Endlich weißt auch du, was du an mir hast." 

Er lachte laut auf, befreite mich von seiner schweren Last, betätigte den Knopf für die 
unterste Etage und der Aufzug setzte sich in Bewegung. 
Die Fahrt ging sehr schnell und endete mit einem kräftigen Ruck, so dass ich nach 
vorne taumelte. 

"Noch etwas, was sich nicht geändert hat. Wann wird dieses bescheuerte Ding 
endlich repariert?!" 

Francis lachte schon wieder. 

"Nie, Vincent, nie, dass weißt du doch!" 

Mit einem genervten Knurren stieg ich aus, Francis neben mir, und wir kamen erneut in 
einen langen Flur mit Abzweigung nach allen Seiten. 
Doch hier war noch nicht unsere Etage, wir mussten nach rechts ins Treppenhaus und 
noch mal zwei Stockwerke nach unten. 
Wiederrum Sicherheitsvorkehrungen, denn nur wenigen war es erlaubt, so tief vorzudringen. 
Somit war auch die letzte Tür aus dem Treppenhaus verschlossen. 

Francis zückte die Schlüssel, und wir gingen weiter. 
Die Gänge waren hell beleuchtet, wie als wäre Tag, überall waren Lichter angebracht 
worden. Ich wunderte mich noch immer über die komfortable Ausstattung, welche über 
den ganzen, riesigen Komplex griff. 
Über die Kellergewölbe kam man durch mehr als ein Viertel der Stadt. 
Ich war mir nicht sicher, ob es nicht weiter reichte, nur dass es eben keiner wusste, 
aber eigentlich umfasste es wirklich die ganze Stadt, da es direkte Zugänge zur 
Kanalisation gab. 

Nur, wer zum Teufel wollte hier auch schon durch eine Kloake einsteigen?! 

Nach ein paar schier endlos langen Minuten standen wir vor einer pechschwarzen Tür, 
welche zu gewünschtem Ort führte: Zu den Zellen. 
Auch jene war verschlossen, mit einem elektronisch gesichertem Schloss. 
Die Zahlenkombination war auch nicht mehr die alte, sie wurde jeden Monat geändert. 
Als wir eintraten, umfing uns erst mal Dunkelheit und Kälte. 
Ich schritt hinein und schaltete den Lichtschalter ein, stieg die Treppe hinab, die nach 
ein paar Schritt anfing und nach unten führte. 

Ich kannte hier alles in - und auswendig und hätte den Weg auch ohne Licht gefunden, 
aber bei Francis hatte ich so meine Zweifel. 
Er war zwar nur zwei Jahre weniger lang als ich bei den 'Black Dragons', doch hatte er 
nicht Richards Spezialausbildung genossen. Ich schon.

Schließlich waren wir an unserem Ziel. 
Hier unten gab es einige Eingänge, allerdings mussten wir zu *der* Zelle, jene, in der 
Rückfällige wie Joel einer zweiten Gehirnwäsche unterzogen wurden, welche noch 
viel grausamer war, als die erste. 
Die war dagegen eher reinstes Vergnügen, da man nicht richtig gefoltert wurde. 
Das folgte bei der Zweiten, und wenn das nicht fruchtete, bekam man den Gnadenschuss. 

Jene bestimmte Tür, die rot gekennzeichnet war, war bereits geöffnet, und wir schritten in 
einen strahlend weißen Raum. Der sterile Geruch von Chemikalien umfing uns, und das 
grelle Licht brachte meine Augen zum tränen. 
Es roch wie in einem Krankenhaus, ein Geruch den ich nicht ausstehen konnte, 
aber ertragen musste. 

An den Wänden waren überall Regale und Tische angebracht, drei weitere große Tische 
standen mitten im Zimmer, in einer Ecke war ein Waschbecken angebracht worden. 
In den Regalen wurden zahlreiche chemische Substanzen, Reagenzgläser, Messbecher, 
Pipetten und Pinzetten, Trichter, verschiedene Gläser, Bunsenbrenner, und allerlei 
solcher Werkzeuge aufbewahrt, deren Namen ich nicht kannte. 
Auf den Tischen waren diese Sachen zu seltsamen Komplexen zusammengebaut und 
mit irgendwelchen Flüssigkeiten gefüllt worden, brodelten und zischelten nun leise vor 
sich hin. 

Ein wenig Abseits, in einer Ecke, waren Messer, Skalpelle, Schlagstöcke, Spritzen, 
und natürlich allerlei Arten von Drogen sorgfältig aufgereiht. 
Nette Mordinstrumente... 

Natürlich war dies nur der Vorraum zu der eigentlichen Zelle, die sich genau dahinter 
befand. 

"Ich gehe jetzt wieder, Vincent, ich sollte mich um das vermasselte Geschäft kümmern, 
der Boss wird sonst sauer und darauf bin ich kein bisschen scharf. 
Wir sehen uns!" 

"Klar, bis später." 

Francis klopfte mir kameradschaftlich auf die Schulter und ging winkend hinaus. 
Er war schon ein komischer Kauz, trotzdem fand ich ihn symphatisch. 
Vielleicht weil er, obwohl er so großmäulig und tölpelhaft wirkte, genauso gewissenhaft 
agierte wie ich. 
Ich zuckte mit den Schultern und betrat endlich gewünschtes Verlies. 

Im Gegensatz zum vorherigen Zimmer war dieses stockdunkel, und wäre das Licht von 
hinten nicht gewesen, hätte ich die Hand vor Augen nicht gesehen. 
Tastend suchte ich nach dem Schalter und schon wurde es so hell, dass ich blinzelnd 
die bunten Flecken vor meinen Augen vertreiben musste. 

Er saß völlig zusammengekauert hinten in der linken Ecke. 
Die großen, blauen Augen waren schreckensgeweitet, so riesig, dass sie fast sein 
ganzes Gesicht ausfüllten. 
Er hatte die Arme fest um seine Knie geschlungen, sein ganzer Körper schrie förmlich 
vor Angst und zitterte heftigst, trotz der enormen Anspannung, welche sämtliche 
seiner Glieder zu beherrschen schien. 

Ich genoss den Anblick ohne jegliche Scham und Schuldgefühle. 
Langsam und geschmeidig schlenderte ich auf ihn zu, sog den erbärmlichen Anblick, 
den er mir bot, mit jedem Atemzug auf und verspürte dabei nichts als absolute 
Genugtuung. 
Lächelnd blieb ich vor ihm stehen, ging in die Hocke und betrachtete ihn eingehend. 

Er hatte ein schönes Gesicht, nicht nur hübsch, sondern wirklich schön. 
Die weichen, feinen Konturen, die reine, im Moment jedoch sehr bleiche und 
blutbesudelte Haut... 
Es strahlte etwas aus, das einfach jeden sofort anzog. 
Wie auch mich. 

Und ich hasste jedes einzelne Detail das seine Schönheit ausmachte. 
Die feingeschwungenen Brauen, die langen, dunklen Wimpern, den süßen Mund, 
die passende Nase, die sonst bei so vielen ein Problem darstellte. 
Und vor allem diese funkelnden Augen, die in allen möglichen Blauschattierungen 
leuchteten, glitzernd wie das Meer, nur heller, strahlender. 

Und dabei sah sein Gesicht nicht einmal weiblich aus, nein, es wirkte höchstens 
ein kleines bisschen androgyn, was aber keinesfalls störte. 
Im Gegenteil, es machte ihn nur noch interessanter, hob ihn nur zu deutlich aus 
der grauen Alltagsmasse hervor. 

Ich beugte mich noch ein wenig vor, so dass unsere Gesichter nur noch Millimeter 
weit voneinander entfernt waren und ich seinen unregelmäßigen, hastigen Atem 
spüren konnte. Er starrte mich an, wie eine Maus in der Falle. 
Bedächtig, in seinem Anblick versunken, hob ich die Hand und strich ihm 
über die seidene Wange, wobei sich sein Atem abermals beschleunigte. 

"Na Joel, wie fühlst du dich? Lange nicht gesehen, was?" 

Ich legte den Kopf leicht schief, betrachtete eingehend die feine Schweißschicht, 
die sich auf seiner Stirn gebildet hatte, und wunderte mich erneut über die weißen 
Strähnen, welche sich in sein rotbraunes Haar geschlichen hatten. 

"Freust du dich denn nicht? Dabei habe ich so lange auf diesen Augenblick 
gewartet... " 

Es war merkwürdig und gleichzeitig irgendwie erregend ihn so völlig wehrlos vor 
sich zu haben. Langsam fuhr ich mit dem Daumen über seine geöffneten, 
nachgiebigen Lippen, runter über sein Kinn, und wischte das getrocknete Blut weg. 
Unsicher folgten mir seine Augen wie ich mich sauber leckte, die Süße seines 
Lebens in mir aufnahm. 

"Und, schmeckt es gut?" 

Richard kam gemächlich auf uns zu, mal wieder die Erotik in Person, und beugte sich 
über mich, das Gesicht Joel zugewandt. 

"Du weißt, was jetzt auf dich zukommt Kleiner?", fragte er Joel nüchtern. 

Die Antwort bestand nur aus einem kläglichen Wimmern und dem jämmerlichen Versuch 
weiter von uns wegzurutschen. Richard beendete dieses kümmerliche Schauspiel, 
indem er ihn an beiden Unterarmen fasste und hochzog. 

Joel stolperte dabei ungeschickt, fiel gegen ihn, und ich spürte wie die Eifersucht mir 
die Luft abschnürte, sich mir wie eine Schlange um den Hals legte. 
Als mein Chef ihn auch noch hilfsbereit stützte, biss sie zu und ihr Gift kroch in mir 
hoch, erfüllte mich mit bitterem Zorn. 
Ein Klicken erfüllte den Raum. Richard hatte ihm Handschellen umgelegt. 
Joels Schicksal schien besiegelt. 

"Vincent, hilf mir ihn hier oben fest zuhängen." 

Seine klare, befehlsgewohnte Stimme holte mich wieder in die Wirklichkeit zurück. 
Verärgert schüttelte ich mich, um den Bann der Eifersucht zu brechen, und ging zu ihm. 
Genau über den beiden hing eine schwere Eisenkette von der Decke, die gleich an der 
linken Wand daneben verankert war. 

"So mein Kleiner, jetzt streck doch mal die Arme nach oben, einfach über deinen Kopf. " 

Natürlich tat er das. Niemand konnte sich Richards Befehlen widersetzen. 
Er zog an dem Ende der Kette und schloss den kleinen geöffneten Eisenring um das 
Verbindungsstück zwischen Joels Handschellen. Danach holte er einen kleinen silbrigen 
Schlüssel aus seiner linken Hemdtasche und schob ihn in das Loch im Ring. 
Mit einem erneuten Klick war die Aktion beendet. 

Ich zog die Kette strang, so dass Joels Arme grob nach oben gerissen wurden, sich seiner 
Kehle ein erneutes Winseln entlockte und er fast auf den Zehenspitzen stand. 
In dieser Stellung ließ ich die Kette einrasten, befestigte sie zusätzlich, damit Joel es sich 
nicht nach einigem Geruckel bequem machen konnte. 
Irgendwie erschien mir die ganze Situation unwirklich. 
Leicht betäubt sah ich Richard zu, wie er Joel auch noch Fußschellen anlegte. 

Warum machte er sich bei ihm solche Mühe? 
Es war ja nicht so, dass er der einzige Polizist war, der unter seiner Fuchtel stand! 
Es gab viele Polizisten, die für uns arbeiteten, ob nun freiwillig oder nicht, und die waren nicht 
minder kompetent als unser Freund hier. 
Also, was aber wollte Richard von ihm? 
Er musste ein ganz bestimmtes Ziel verfolgen, welches ich nicht zu durchschauen wusste, 
und das ärgerte mich maßlos. 

"Nun gut.", erhob Richard die Stimme, tätschelte dem Flüchtling mitleidig die Wange. 
"Du weißt, dass du einen Fehler begangen hast, oder?" 

Keine Reaktion. 

"Joel?" 

Nichts außer nackter Panik sprach aus seinen Augen, als er zögerlich den Kopf hob. 
Dem Ungehorsam folgte eine kräftige Ohrfeige. Der Antwort ein entsetzter Schrei. 

"JAAA!!!" 

Ich hörte Joels Schnaufen, sah das kräftige Heben und Senken seiner Lungen unter dem 
pitschnassen Hemd, dass an seiner Haut klebte. 
Seine Reaktion entlockte mir ein Feixen, Richard ein wohlwollendes Lächeln. 

"So ist es brav... " 

Versöhnlich strich er über die roten Abzeichen seiner Finger auf Joels Backe. 
Es wirkte wie eingebrannt. 

"Du hast uns verraten, Joel. Du hast deine ganze Familie verraten. 
Verstehst du, Joel? 
Ginge es nur um mich, würde ich eine Ausnahme machen und dir vergeben. 
Aber ich bin hier nicht der einzige Verratene, dass musst du verstehen, Joel. 
Es geht um meine Familie, um unsere Familie. 
Verstehst du mich, Joel? 
Verstehst du, warum ich dich nicht einfach so davonkommen lassen kann?" 

Er nickte kaum wahrnehmbar, sein Blick klebte teilnahmslos an Richards linkem Handschuh. 
Gott, wie ich es liebte, wenn er so redete! 
Konnte er Joel nicht Joel sein lassen und mich auf sein Schlafzimmer verschleppen? 
Doch seit wann kam mein Boss auch schon auf solche Ideen... 

"Schön, dass wir uns einig sind. 
Ich werde dir nun ein paar Fragen stellen müssen, Joel. Einverstanden?" 

Wieder ein kurzes Nicken. 

"Und ich möchte, dass du mich dabei ansiehst, Joel. Komm Kleiner, tu mir den Gefallen 
und hebe deinen Kopf. Schau mir in die Augen, Joel." 

Seine Augen waren so voller Panik, dass ich mich zusammenreißen musste, um nicht laut 
loszulachen. Dennoch gehorchte er. 
Ich stellte mir schon Richards blutverschmierten Körper auf meinen vor, wie wir uns auf den 
mitternachtsblauen Laken wanden, ineinander verschlungen... 

Joels Pupillen waren zu kleinen Punkten zusammengeschrumpft, ein Meer aus blau bestimmte 
seine Iris. Verteufelt schön sah er aus. 
Ein bisschen wie eine Fantasygestalt, ein Elf zum Beispiel. 
Das Blut mochte manchen ein wenig an dieser Vorstellung stören, doch mich erregte es, 
weckte meine Grausamkeit. 

"Sag mir Joel... " 

Richard ließ den Anfang im Raum stehen und umrundete unseren Schönling gemächlich, musterte 
einen Stiefelabdruck auf dem Hemd, stand dann mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck 
wieder vor ihm, fixierte die blauen Augen. 

"Wie hast du herausgefunden, wer du bist?" 

Die Frage war so sanft gestellt, dass es mir kalte Schauer über den Rücken jagte. 
Jetzt ging es los. Richards Zunge troff nur so vor Blutgier und Gefahr. 
Gespannt sah ich zu Joel, wollte jede Mimik in mir aufnehmen, wissen ob er die lauernde 
Drohung verstanden hatte. Doch mehr als pure Angst konnte ich darin nicht lesen. 

Joel wollte zum sprechen ansetzten, öffnete den Mund und bewegte die Lippen, als ihn 
ein Würgreiz unterbrach und er Blut spuckte, sein Kinn und den Hemdkragen beschmutzte. 
Keuchend holte er Luft, hustete noch ein paar mal, ehe er einigermaßen normal atmen konnte. 

"Ganz ruhig Joel, nicht so hastig. Ich höre dir zu, keine Angst." 

"I-ich... ich... ich... " 

Nach jedem 'ich' musste er qualvoll Luft holen. Ich fragte mich, wer ihm wohl so brutal in die 
Rippen getreten hatte, dass er nicht mal mehr richtig reden konnte. 

"Ja, Joel, du?" 

"Ich... w-weiß nicht... wer... i-ich bin... " 

Wenn er jetzt schon so heftig schnaufte, wie sollte er dann die Folter überstehen? 
Oder die kalte Wut in den schwarzen Tiefen von Richard? 
Ich wollte nicht an seiner Stelle stehen... 
WAMM! Das war die linke Ohrfeige - WAMM! - und das die rechte. 

"Du solltest lieber meine Fragen beantworten, als meine Geduld auf die Probe zu stellen. 
Mit der war ich noch nie besonders bewandert, mein Lieber. Also?" 

Joels Wangen glichen verkohlter Haut, nur ohne den ekelhaften Gestank, der einem die 
Galle hochtrieb. Seine Unterlippe bebte, Tränen des Schmerzes liefen ihm über das rote 
Gesicht. Ich hoffte inständig nie so tief zu sinken wie diese jämmerliche Gestalt. 

"I-ich b-b-bin J-Joel, Joel A-All-Allister, Sir. Joel Allister... " 

Traurigkeit senkte sich über die schöne Gestalt, trübte die Panik. Aber wieso? 
Richards leises Lachen ließ die Zelle noch kälter werden. Ich bekam eine Gänsehaut. 

"Ich habe nicht gefragt *wer* du bist, ich habe gefragt *woher* du es weißt." 

"St-Stimmen... sie k-k-kommen jede Nacht... je-jeden Tag... diese Stimmen... " 

Scheiße, war der Kerl jetzt vollkommen durchgedreht?! 

"Sie sagten m-mir meinen Namen... a-aber mehr n-n-nicht!" 

"Tztztz... Joel... " Richard schüttelte tadelnd den Kopf und gab dem Namen einen 
besonderen Klang. Es klang als würde er mit einem trotzigen Kleinkind reden. 

"Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dir diese Lüge abkaufe, oder? 
Tztztz... so etwas naives habe ich lange nicht mehr erlebt. 
Ich wette jene Stimmen haben dir viel mehr erzählt, habe ich nicht recht, Joel?" 

Joel riss die Augen so weit auf, dass ich glaubte, sie würden rausfallen. 

"N-nein, Sir, wirklich, sie haben nur... s-sie haben gesagt ich hieße Joel Allister 
u-und d-d-das ich z-zu ihnen gehören würde, gehören würde... " 

Ach du liebe Zeit, und wir hatten dem Jungen noch nicht einmal Drogen verabreicht. 
Hatte der sich irgendwo den Kopf gestoßen?? 

"Zu wem gehörst du, Joel?" 

"Z-Zu ihnen, Sir, zu i-ihnen-" 

"Joel!" Richard machte eine abwürgende Handbewegung. 

"Ich habe dein Rumgestottere satt! Beantworte gefälligst meine Fragen, oder ich werde 
dir so lange ein Skalpell in deinen Körper rammen, bis du kotzend zusammenbrichst, 
ist das klar?! Habe ich mich klar ausgedrückt, Joel?!!" 

Unser kleiner Polizist schluckte schwer und nickte dreimal panisch hintereinander. 

"Gut." 

Genervt legte mein Geliebter jeweils die Zeige- und Mittelfinger an seine Schläfen und 
massierte sie seufzend. Er hatte Kopfschmerzen, und dass nur wegen diesem kleinen Nichts! 
Wütend fixierte ich den Auslöser, wie er gleich einem nassen Sandsacks an der Kette hing, 
versuchte irgendwie das Gleichgewicht zu halten. 
Richtig mitleiderregend... nur nicht für mich. 

"Also noch mal von vorn. Wer sind *sie*, und wie haben sie Kontakt zu dir aufgenommen?" 

"I-ich - nein, also, auf einmal waren da d-diese Stimmen, die zu mir gesprochen haben, sie 
haben gesagt, ich wü-würde zu ihnen gehören, und dass ich, dass ich E-Eure und somit a-auch 
meine Fa-Fa-Familie überführen soll, a-aber dass war alles, wirklich! Bitte, bitte glaubt mir! 
Bitte, Sir... bitte... " 

Der Rest war nur noch schluchzendes Gestammel, dass es nicht mehr Wert war, gehört zu 
werden. Grässlich! Wo war nur das sexy Wesen geblieben, dass ich früher so gern 
vernascht hätte? 

"Wem hast du die Drogen gegeben, Joel? Mit wem hast du alles gesprochen? 
Wem hast du dich anvertraut? Rede, Joel, und ich warne dich: Antworte gut!" 

Joel blinzelte hastig, brabbelte irgendwas Unverständliches, ehe er tatsächlich sprach. 

"I-ich hab die Drogen nicht, nicht weggegeben... mich ni-niemanden a-anver-t-traut, 
S-Sie müssen mir glauben!" 

HA! Na klar! Das ich nicht lache - und was war dann mit diesem Rotschopf?! 

"Sag mir Joel, aus welchem Grund sollte ich deinen Lügen Glauben schenken?" 

Stille. 

"Das hab ich mir schon gedacht. Also?" 

"Da, da gibt es k-keinen Kontakt... " 

Richard blieb kalt wie Eis. 

"Letzte Chance, Joel." 

"A-aber... ich hab doch schon a-alles gesagt, was ich weiß... " 

Das war sein Todesurteil. Ich schüttelte ungläubig den Kopf vor so viel Dummheit. 
Mein Chef dagegen wirkte unglücklich und genervt. Seltsame Kombination bei ihm. 

"Vincent, reich mir bitte das singende Silber, hier kommen wir nicht weiter." 

Ich musste unverzüglich grinsen. Den Namen hatte ich ihm gegeben - Richards 
Lieblingsskalpell. Das er diesen Namen dafür benutzte sprach von schlechter Laune, 
denn dann war er immer leicht unkonzentriert und merkte nicht, was er sagte. 
Schnell holte ich es von einem kleinen, sterilen Regal, wo allerlei solch nettes Werkzeug 
lag, das half, wenn unsere Schäfchen nicht reden wollten. 

Es war ein besonders gut gearbeitetes Skalpell, welches silberner glänzte als die anderen 
Messerchen und bis jetzt jeden zum sprechen gebracht hatte. Alle. 
Mal sehen ob es auch bei ihm klappen würde... 
Ich legte Richard das Instrument in die, wie immer behandschuhte, rechte Hand, welche 
sich sofort darum schloss und es geschwind aufklappte. 

Gespannt trat ich ein paar Schritte zurück, hielt mich lieber im Hintergrund, während sich 
mein Chef um sein Opfer kümmerte. Mein Blick wanderte von seiner unglaublichen 
Ausstrahlung zu Joel, welcher im wahrsten Sinne des Wortes zitterte wie Espenlaub. 
Ich würde mich nicht wundern, würde er sich vor Angst in die Hosen machen. 

"Bi-Bitte, ich ha-hab doch gar n-n-nichts-" 

"Habe ich dir etwa erlaubt zu sprechen?!?!", herrschte Richard ihn ab. 

Augenblicklich verstummte Joel, eine große Träne kullerte ihm aus dem linken Augenwinkel. 
Zu gerne hätte ich ihren Geschmack erkundet... ob sie wohl auch so ängstlich schmeckte, 
wie ihr Besitzer gerade war? 
Langsam überwand Richard den letzten kurzen Abstand, so dass sein Atem den 
Blauäugigen bestimmt schon streifte. Er hob die Hand und hielt die extrem scharfe Waffe 
direkt vor Joels Nase. 

Mit einem hintergründigen Schimmern in den Augen öffnete er Joels Hemd, Knopf für Knopf. 
Ohne Vorwarnung blitzte die Waffe auf, drang in das perfekte Fleisch hinein, riss eine 
Wunde von der rechten Brust bis schräg über den Bauch hinab. 

"KyyyyaaaaAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!" 

Der Schrei ging mir bis durchs Mark, ließ mich erschaudern. 
Dunkelrotes Blut spritzte durch die Gegend, floss über die weiße Haut, befleckte sie. 
So... *unrein*. Welch köstliches Wort! 

"Wer war es, Joel? Antworte!" 

Der antwortete nicht, zu groß war der Schmerz, der Schock, den er versuchte zu kontrollieren. 
Richard hatte wohl auch nicht darauf gehofft, denn dem ersten Schnitt folgte schon der zweite, 
das genaue Gegenstück zum ersten. 
Der zweite Schrei war lauter als der erste.
Ich holte tief Luft, betrachtete Joels Oberkörper, der nun von einem großen 'X' verziert war. 

Das Messer surrte durch die Luft, fuhr mitten durch Joels rechte Schulter. 
Das Gebrüll war ohrenzerreißend, brach sich an den vier Wänden und wurde wieder 
und wieder zurückgeworfen, hallte noch eine ganze Weile nach. 

Hätte ich es nicht besser gewusst, ich wäre in schallendes Gelächter ausgebrochen. 
Diese ganze Situation, sein ganzes Leid kam mir so was von surreal vor - ich konnte nicht 
realisieren, dass dies wirklich Joel geschah, hier und jetzt, vor meinen Augen. 
Joel fand das sicherlich weniger komisch, allerdings konnte ich nicht sagen, ob er 
überhaupt wusste, warum man ihm solche Schmerzen zufügte. 

Richard betrachtete ihn in aller Ruhe, während sein Opfer sich die Kehle heiser schrie. 
Das Messer steckte immer noch in der Schulter und ich fragte mich, ob das Schlüsselbein 
nicht auch etwas abbekommen hatte. 

Liebevoll streichelte mein Boss ihm übers Gesicht, wischte das erneut erbrochene Blut leicht 
vom Kinn und packte ihn plötzlich an der Kehle. 
Joels Augen traten hervor, panisch versuchte er dem erbarmungslosem Griff zu entkommen. 
Mit einem schon fast zärtlichen Ausdruck betrachtete Richard sein Gebaren, strich mit 
dem Daumen seiner luftabschnürenden Hand sanft über Joels hüpfenden Kehlkopf. 

"Tut das weh, Joel? Tut dir dein Onkel Richard weh? 
Und dabei ist das nur ein Bruchteil von dem, was du mir, was du unserer Familie 
angetan hast." 

Damit befreite er ihn und packte das Messer. Doch anstatt es rauszuziehen drehte er es 
einmal im Kreis herum, dunkles Blut sprudelte hervor. 

"AAAAAAAAAAaaaaaarghkch, kchraaaarraaaaaaAAAAAAAAAAAAAA!!!!" 

Auf einmal riss er es mit einem Ruck hinaus und stach es mit voller Wucht in Joels 
Oberschenkel. 

"AAAAAAAAAARRGHkch - KYAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!" 

Ich glaubte nicht, jemals solche Schreie vernommen zu haben. 
Das alles war so... unheimlich. Richard verzog während der ganzen Folter nicht einmal das 
Gesicht und trotzdem konnte ich an seinen Augen erkennen, wie sehr er die Schmerzen 
und Schreie genoss. 

Mit einem eiskalten Funkeln in den Obsidianen zog er verschlungene Linien über Joels 
Rückrat, malte zarte, mal kräftige Kunstwerke, stieß es kurz unter eine hervorstechende Rippe. 
Es schien, als gestaltete er ein Holzstück, schnitzte mal hier und mal dort ein Stück heraus, 
und ergötzte sich dabei an den fast schon tierischen Lauten. 

... 

Ich wusste nicht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, aber Joels Kopf war mittlerweile 
auf seine Brust gerutscht, sein Körper war nackt, da Richard beschlossen hatte, sich auch 
in unteren Regionen um ihn zu bemühen. 
Die Hose, welche die Füße des Polizisten bedeckte, war mit Blut verdreckt. 
Joel hatte noch öfters Blut gespuckt, als Richard immer wieder mit dem dünnen Messerstumpf 
oder mit seiner Faust in die frischen Wunden geschlagen hatte. 

Er war nicht einmal mehr fähig zu schreien, wenn Richard ihn traf, nur noch ein klägliches 
Röcheln und das automatische Zucken seines Körpers erwiderten die Brutalität. 
Und dazwischen immer wieder dieselben Fragen meines Geliebten: 

"Wie heißt du? Woher weißt du, wie du heißt? Wer bist du? Was bist du? 
Wer sind die Stimmen, die dir antworteten? Wem hast du die Drogen gegeben? 
Wem hast du dich anvertraut? Mit wem hast du gesprochen? 
Wie heißen deine Kontakte? Wie heißt du?" 

Am Anfang hatte Joel noch versucht zwischen seinen rasselnden Atemzügen, seinem 
Auskotzen von Blut und seinen Schreien auf alles zu antworten, doch jetzt war er 
einfach schon dem Tode näher als dem Leben... 

Ehe ich meine Besorgnis zu Wort bringen konnte, stoppte Richard. Schwer atmend 
wischte er sich den Schweiß von der Stirn, wobei eine dünne Blutspur zurückblieb. 
Eilig holte ich ein Tuch, kam etwas unbeholfen auf ihn zu und putzte ihn so gut es ging 
sauber. Und er lächelte. 

Ich stockte kurz, dann nahm ich ihm das rotverschmierte Skalpell aus seiner Hand und 
reinigte seine Handschuhe. Immer noch lächelnd sah er mir dabei zu. 

"Kümmere dich bitte um alles weitere. Ich muss noch in eine Besprechung." 

Mit diesen Worten ging er an mir vorbei, ließ mich einfach stehen. Stirnrunzelnd drehte 
ich mich zu ihm um. Hatte ich irgendetwas getan, dass ich nicht einmal mehr einen Kuss 
bekam? Ich wollte mich schon zähneknirschend fügen, als er sich mir abermals zuwandte. 

"Ach, und Vincent, wenn du fertig bist - geh etwas essen. 
Du bist ein wenig dünn geworden... " 

Grinsend zeigte ich meine Eckzähne und schlenderte hüfteschwingend auf ihn zu. 

"Sag bloß, du sorgst dich um mich... " 

Oh Scheiße... jetzt hatte ich wohl etwas Falsches gesagt, so wie er mich ansah... 
Gebannt starrte ich in die schwärzesten Tiefen, die ich je gesehen hatte, rührte mich keinen 
Millimeter, während er zu mir trat, gefährlich nah... erschaudernd schloss ich die Augen. 

Richard neigte sich zu mir hinab, denn ich spürte seinen Atem an meinem Hals. 
Mein Herz klopfte wie verrückt und ich schalt mich für eine derart heftige Reaktion. 
Ich war wirklich nicht mehr an ihn gewohnt. Somit zuckte ich auch zusammen, als sich 
seine Zähne plötzlich um mein Ohrläppchen schlossen, daran knabberten. 

Sein heiseres Lachen ließ mich aufstöhnen, starke Hände packten mich, drückten mich 
an seinen starken Körper und seine Zunge fuhr an meiner Halsschlagader entlang, 
die aufgeregt pochte. Ein Kuss versiegelte ein erneutes Stöhnen und ich klammerte 
mich an ihn, wollte ihn nie wieder loslassen. 

Der Kuss war leidenschaftlich und hatte meiner Meinung nach einen zu verzweifelten 
Touch, nicht nur meinerseits. Atemlos lösten wir uns voneinander, tauschten 
erkundende Blicke aus, ehe wir auseinander gingen. 
Stumm strich er mir durch die Haare. 

"Nicht mehr, als du dich um mich... ", flüsterte er schließlich und verließ den Raum. 

Ich starrte ihm noch eine geraume Zeit hinterher, konnte sein Geständnis einfach nicht 
fassen. Was war nur mit ihm passiert? Was war mit *uns* passiert? 
Verwirrt schüttelte ich den Kopf. 
Ich hatte andere Dinge zu tun, die erledigt werden mussten, und zwar so schnell wie 
möglich. 


~*~~*~~*~~*~ 


Ende Teil 4c 

Sooo... bitte schlagt mich nicht, dass ich diesmal so ewig gebraucht habe!!! 
Glaubt mir, mir kam es echt vor, wie zehntausend Jahre, so langsam wie es 
sich diesmal hingezogen hat... 
Eigentlich hatte ich vor, viel mehr zu schreiben, aber nachdem DAS hier 
schon 12 1/2 Seiten (ooohne Anfang und Schluss!) sind, mach ich hier mal 
einen Schlussstrich. 
Außerdem hoffe ich mit Vincent irgendwann mal auch die Gegenwart zu 
erreichen... dauernd schreib ich hier über Vergangenes! *genervt* 

Okayyyyy, bleibt mir bittebittebitte treu und bombardiert mich mit Emails 
voll von (vernichtender...? ) KRITIK!! Jaaaa??? *Hundeblick* 

Ciaooooo, rachiel ^_____^

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