Titel: Ranma und die Sache mit dem Kuss
Teil 1
Autor: Tenshi
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Bin aber auch noch über die alte erreichbar!
(J.Sacher@t-online.de)
Disclaimer: Ranma gehört Rumiko Takahashi, ich
verdiene nichts daran usw.
Rating: sap (und ein kleines bisschen com)
Warnung: keine
Pearing: Ranma Saotome/Mikado Sanzenin
Info: Ranma im Gefühlschaos - Akane lüftet ein Geheimnis -
Ryogas trifft eine Entscheidung - Und was führt Mikado im
Schilde?
Die Story knüpft an die Geschehnisse in Heft 3 & 4
der deutschen Bände von Ranma 1/2.
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Teil 1.
Es war ein Tag wie jeder andere,
im Hause Tendo herrschte das übliche Chaos. Alle saßen am
Esstisch, Soun Tendo und Genma Saotome diskutierten mal
wieder über Kampfsporttechniken und schafften es trotzdem
tüchtig den Reis in sich hinein zu schaufeln. Kasumi goss gerade
ihrer Schwester Nabiki Tee ein und flüchtete daraufhin in die
Küche. Nabiki amüsierte sich köstlich über die zwei Streithähne
Akane und Ranma. Die zwei waren mal wieder aneinander
geraten und fetzten sich heftig.
Eben ein Tag wie jeder andere.
"Hör zu, Akane...",
wetterte Ranma gerade.
"...ich habe wirklich keine Ahnung wie Shampoo in mein
Bett gekommen ist. Sie muss sich nachts hinein
geschlichen haben. Ich war genauso erstaunt wie du, als sie
plötzlich neben mir lag!"
"Wen interessiert, was du gedacht hast, Hentai!",
fauchte Akane ihn an.
"Aber musst du unbedingt in meinem Haus mit dieser
Chinesin rummachen?"
Ranma riss der Geduldsfaden.
"Hast du mir nicht zugehört, Baka. Ich hab nicht mit
ihr rumgemacht",
schrie er.
Wutentbrannt sprang Akane auf.
"Wie hast du mich eben genannt? Du...du...du Transe",
warf sie ihrem Gegenüber entgegen.
Akane machte damit eine Anspielung darauf, dass Ranma
gelegentlich Kleider trug und schon eine beachtliche Sammlung
davon in seinem Schrank hängen hatte. Das er diese jedoch nur
trug, wenn er sich in das Mädchen Ranma-chan
verwandelt hatte, ignorierte sie kurzerhand in ihrer Wut.
Nun war sie aber wirklich zu weit gegangen.
Ranma sprang ebenfalls auf, ballte die Fäuste und brüllte,
"Was bin ich? Du musst ganz ruhig sein, du...du
Machoweib"
Der Streit schien zu eskalieren. Mit zornig funkelnden
Augen standen sie sich gegenüber.
"Akane, Ranma. Bitte beruhigt euch wieder",
bat Kasumi die beiden. Sie war gerade aus
der Küche zurück gekommen. In ihren Arm hielt sie ein kleines
schwarzes Schweinchen, dass ein Stirnband um den
Hals trug.
"Schaut mal wen ich eben gefunden habe?"
"P-chan! Wo warst du denn die ganze Zeit?",
rief Akane freudig aus und sofort verwandelte sich ihr
finsterer Blick in ein strahlendes Lächeln.
Sie lief zu ihrer großen Schwester, packte P-chan und
drückte ihn liebevoll an ihre Brust.
Das Schweinchen grunzte zufrieden.
Ranma, den Akane scheinbar völlig vergessen hatte,
trat neben das Mädchen.
"Irgendwie ist er ja süß, so als Schwein...",
bemerkte er und machte Anstalten, das Schweinchen zu
streicheln. Flüsterte jedoch P-chan mit einem breiten
Grinsen zu,
"Hey Ryoga, ich dachte du wolltest die Stadt
verlassen?"
Als Antwort schnappte das kleine Schweinchen wütend
nach ihm. Schnell zog Ranma seine Hand aus dessen
Reichweite und trottete schmollend davon.
Schade dass Ryoga kein Spaß versteht, dachte er traurig.
Dieses ständige Kräftemessen mit seinem einstigen
Freund und Schulkamerad ging Ranma schon eine ganze
Weile auf den Geist. Es ging dabei schon lange nicht
mehr darum Akanes Gunst zu gewinnen, sie war nur der
Vorwand. Es ging darum, wer von ihnen der Bessere im
Kampf war und
wären sie beide nicht so furchtbar stur, hätten sie sicher
wieder Freunde werden können. Vor allem weil sie ein
Geheimnis teilten, denn Ryoga war auch in eine verwunschene
Quelle gefallen und verwandelte sich bei der Berührung mit
kaltem Wasser in eben dieses süße kleine Schweinchen.
Aber sie waren nun einmal so furchtbar stur.
"Kommst du mit Sohn? ich muss noch zu Dr. Toufu"
Ranmas Vater war neben ihn getreten und unterbrach
seine Gedanken.
"Klar doch. Da kann ich einen Abstecher zum Markt
machen...
...und ein paar Süßigkeiten abstauben",
antwortete Ranma, dessen Laune bei diesem Gedanke
gleich wieder besser wurde. Er eilte ins Haus zurück und kam
tropfnass als Ranma-chan wieder. Schnell zog er den Gürtel
seines
chinesischen Anzugs um die nun viel schlankere Taille und
folgte seinem Vater, der kopfschüttelnd voran schritt.
*
Die Hände voller Leckereien und zufrieden kauend schlenderte
Ranma durch die Straßen. Manchmal war es ja ganz praktisch
ein Mädchen zu sein. Eine kokette Bewegung, ein schüchternes
Lächeln und schon bekam er was er wollte.
Es war so einfach.
Gerade bog er um eine Straßenecke als plötzlich, wie aus dem
Nichts Mikado Sanzenin vor ihm stand. Vor Schreck sprang
Ranma in die Luft und landete nach einem gekonnten Salto
wieder auf dem Boden. Der Schreck saß ihm in den
Gliedern.
Sofort erinnerte sich Ranma an die letzte Begegnung mit diesem
Jungen. An den etwas aus den Fugen geratenen Wettkampf
auf der Eisbahn und wie er für Mikado nicht besonders
angenehm geendet hatte.
Aber vor allem erinnerte er sich aber an den Kuss, den
er - das Heißt, den er als Ranma-chan - von Mikado bekommen
hatte. An dieses seltsame Gefühl, das er dabei empfunden hatte.
Er war so wütend auf den Jungen gewesen - Mehr auf sich
selbst, denn Mikado war ja im Glauben gewesen, er hätte ein
normales Mädchen geküsst, obwohl es natürlich dreist von ihm
gewesen war. Nein, er war wütend auf sich, weil dieser Kuss
ihn so verwirrt hatte, weil er es alles andere als unangenehm
empfunden hatte.
Konnte es sein, dass er, wenn er Ranma-chan war, schon wie ein
Mädchen fühlte. Dieser Gedanke war nicht weniger
beunruhigend. Ranma zuckte zusammen, als Mikado ihn
ansprach.
"Hallo schönes Mädchen. Was für ein glücklicher Zufall dass wir
uns hier wiedersehen"
Mit seiner üblichen Gelassenheit lächelte der Schüler und
Meister im Eiskunstlauf der Kolkhoz High School
Ranma-chan an. Ranma wusste nicht was er darauf erwidern sollte.
Verlegen schaute er zu Boden und das war keine Show von ihm um
etwas zu bekommen... Er fühlte sich wirklich ein wenig
geschmeichelt, dass Mikado ihn >schönes Mädchen< genannt hatte.
"Ähm...Hallo",
brachte er nur hervor.
Die Situation wurde immer peinlicher.
"Wäre es sehr aufdringlich wenn ich dich zu einer
Tasse Tee einlade?",
fragte Mikado und wirkte plötzlich ein wenig verlegen.
Ranma blickte auf und schaute den anderen Jungen überacht an.
Was hatte Mikado eben gefragt? Das hörte sich wie eine
Einladung zu einem Date an.
Das ist doch nicht zu fassen, jetzt werde ich auch
noch rot, dachte Ranma. Irgendwie war dieser Mikado in seiner
Art richtig charmant - Oh nein, nun dachte er schon wieder wie ein
Mädchen.
Er musste unbedingt so schnell wie möglich diese peinliche
Situation beenden.
"Ich muss weiter... Sayonara",
murmelte er und bevor Mikado noch etwas sagen konnte,
eilte Ranma davon.
Verdattert schaute Mikado dem geheimnisvollen Mädchen,
dessen Name er nicht einmal kannte, hinterher.
*
Zur gleichen Zeit fragte sich Akane, während sie ihre
täglichen Kampfübungen im Trainingsraum absolvierte, wo Ryoga
nur steckte. Sie hatte ihn schon seit ein paar Tagen nicht
mehr gesehen. Sonst war er doch immer gleich zur Stelle
wenn sie sich mit Ranma gestritten hatte.
Nabiki steckte ihren Kopf durch die Schiebetür der
Trainingshalle. Als sie sich unbeobachtet fühlte,
zauberte sie schnell einen Fotoapparat aus ihrer Jackentasche
und schoss ein paar Fotos von ihrer Schwester.
"Hast du eine Ahnung wo Ryoga steckt, Nabiki?",
fragte Akane ohne dabei mit dem Training aufzuhören.
Das Mädchen hinter der Tür erstarrte vor Schreck und
steckte hastig den Fotoapparat wieder in die Tasche. Mit
unschuldiger Miene gesellte sie sich zu ihrer Schwester und
antwortete mit einem Achselzucken,
"Ranma sagte was davon, dass er die Stadt verlassen
wollte"
"Typisch Ranma...",
fluchte Akane lauthals und drosch auf die Übungspuppe ein.
"...und mir erzählt er wieder mal nichts davon. Dieser
Idiot!"
Hastig suchte Nabiki das Weite. Wenn ihre kleine Schwester
so eine Laune hatte, sollte man lieber nicht in ihrer
Nähe sein.
*
Ranma verlangsamte seine Schritte erst, als er vor dem Haus von
Dr. Toufu angekommen war. Am Eingang des Hauses stand ein
großer, dicker Pandabär und fegte den Boden.
"Hey Paps",
rief Ranma, erfreut seinen Vater zu sehen. Er nahm sich fest vor
ihn heute irgendwie zu einer Reise nach China zu überreden um
diesen verdammten Fluch wieder los zu werden. Wenn er sich
nicht mehr in ein Mädchen verwandelte, würden diese seltsamen
Gefühle, die er für diesen Mikado empfand, sicher wieder
verschwinden.
Unwissend, dass der andere Junge ihm heimlich gefolgt war,
sprang er auf den Panda zu und verwickelte ihn in eine
spielerische Rauferei.
Lachend saß er auf dem Bauch des Pandas und kitzelte ihn aus.
Der hielt plötzlich ein Schild in seiner großen Pranke hoch.
>HA HA HA... AUFHÖREN!<
War darauf zu lesen. Er drehte das Schild um und auf der
Rückseite stand:
>LASS UNS HEIMGEHEN, ICH HABE HUNGER!<
"Du hast doch immer Hunger, mein Dickerchen",
feixte Ranma, rutschte aber vom Bauch des Pandas und hob den
Besen auf, der bei der Rangelei achtlos auf dem Boden gelandet
war, drückte ihn dem Panda in die Pranke und fügte hinzu,
"Ok, gehen wir. Vielleicht hat Kasumi noch ein paar von den
leckeren Reisbällchen übrig"
Zu Ranmas Überraschung verschwand der Panda durch die Tür
zu Dr. Toufus Praxis, anstatt mit ihm den Heimweg anzutreten.
Mit verschränkten Armen wartete er darauf das sein Vater wieder
zurück kam.
Währendessen, einige Meter von ihm entfernt, hinter einer
Mauer versteckt, wunderte sich Mikado über das seltsamen
Verhalten des Mädchens. Was hatte sie mit Mr. Saotome zu tun?
Den freundlichen Panda, der in Wirklichkeit der Vater von
diesem durchgeknallten Jungen Ranma war, hatte er kennen
gelernt als er kürzlich wegen einem verstauchten Arm den Doktor
aufsuchen musste.
Hatte das Mädchen ihn eben Paps genannt?
Mit triefend nassem Gesicht erschien Mr. Saotome in seiner
menschlichen Gestallt wieder. In seiner Hand eine Kanne mit
dampfendem Wasser. Bevor Ranma reagieren konnte schoss eine
Salve der heißen Flüssigkeit in seine Richtung und verwandelte
ihn in sekundenschnelle in den Jungen Ranma zurück.
"Mann, willst du mich verbrühen",
meckerte Ranma, während er seinen tropfenden Zopf auswrang.
"Ich wusste ja nicht, dass du seit neusten gerne als Mädchen
herumläufst, Sohn",
erwiderte Mr. Saotome.
Als Antwort verpasste Ranma seinem Vater einen gekonnten
Tritt in die Seite, sodass dieser etwas taumelte. Wütend verfolgte
Genma Saotome seinen Sohn, der lachend weglief.
"Warte nur du ungezogener Bengel",
rief er ihm kampflustig hinterher.
Mit weit aufgerissenen Augen und bleichem Gesicht hatte
Mikado das kleine Schauspiel beobachtet. Das geheimnisvolle
Mädchen und dieser verrückte Ranma waren ein und dieselbe
Person - Wie konnte das sein? Nach Fassung ringend stützte er
sich mit beiden Händen an die Mauer und blickte auf den Boden.
Es dauerte einige Minuten, bevor der Junge sich wieder regte.
Er schaute auf und sein Gesicht hatte einen seltsamen Ausdruck.
"Wenn das so ist, bleibt mir nur eine Wahl..."
Mit diesen Worten eilte er davon.
*
Mit P-chan im Arm saß Akane auf der Terrasse und blickte
gedankenverloren in die Ferne.
Warum war Ryoga einfach fort gegangen, ohne ihr wenigstens
>Auf Wiedersehen< zu sagen?
Hoffentlich hatte er sich nicht wieder verlaufen. Ach, er verlief
sich doch immer, der arme Kerl hatte wirklich überhaupt keinen
Orientierungssinn.
"Weißt du P-chan, irgendwie vermisse ich diesen Chaot Ryoga.
Er hat sein Herz am richtigen Fleck und ist immer so nett zu mir.
Wenn Ranma nicht wäre, ich glaube, da hätte ich mich schon längst
in ihn verliebt",
sagte sie mehr zu sich selbst als zu P-chan und drückte das kleine
Schweinchen noch fester an sich.
Fassungslos schaute das Schweinchen Akane an.
Ende Teil 1.
Danke fürs lesen!
(...und ein dickes Dankeschön an Kizu fürs Betalesen ^ - ^)