Longing for sunshine

Longing for sunshine,  Teil 1/?
autor: rachiel (famyhein@t-online.de)
original - somit ist aaalles meins >grins<
rating: ab 17??? wird später halt schlimmer, deshalb ^^
warnung: LANGUAGE!!!! (Kim flucht viel und spricht auch nicht gerade nett :),
     lime

Jaaa, ich weiß, kein Addicted, absolut anders und wird seeeehr strange, aber ich
würde mich trotzdem riesig über Feedback freuen, egal was, auch wenn nur kommt:
"Will aber lieber Addicted!", freu mich immer. ^^
Der Anfang hier ist übrigens sehr seltsam (hab da grad so ein Lied gehört, wo
man super zu tanzen kann :) und klingt auf deutsch zugegeben blöd, ist aber net
lang. Lest also weiter!
Ooookaaayyyyyy, have fun! ^__^


*
*-*
*-*-*
*-*-*-*

Drehen, winden, wirbeln.
Drehen, drehen, drehen.
Die Sicht verwischt vor seinen Augen.
Ihm wird schwindlig - ein wunderbares Gefühl.
Weiter, weiter und weiter. Nicht aufhören, bloß nicht aufhören.
Drehen, wenden, winden, wirbeln, schwingen.
Tanzen.
Schwindel.
Leben.
Hitze, Schweiß.
Berauscht.
Ekstase.
Licht, Blitze, Schwärze.
Süchtig.
Zucken, Eleganz, abgehackt, verschwommen.
Nicken, schütteln, wackeln, wippen.
Tanzen, tanzen, tanzen!
Nur noch tanzen, nie mehr aufhören.
Kälte, Luft, Wärme, Hitze.
Lärm, Musik.
Bass, Vibration.
Härter, härter, mehr, mehr, mehr.
Lust, Verlangen, Leidenschaft.
Atem, schneller, heißer, lauter.
Brennen, Feuer.
Rhythm, Beat, Sound, Voice.
Schneller, härter, lauter, mehr.
Höher, wirbeln, hüpfen, drehen.
Tiefer, weiter, winden, gehen.
Endlos stampfen, wiegen, tanzen.
Reine Sucht, so vollkommen.
Gier, Verlangen, Droge siegt.
Mehr, Mehr, MEHR!
Schwingt die Hüften, hebt die Arme.
Er schwankt und lacht, Gefangener der Lust.
Berauscht von Empfindungen.
Stampft und kreist, wirbelt und dreht.
Windet und wendet, wippt und tanzt.
Mehr, MEHR, MEHR!!!
Augen glänzen, Haut erglüht.
Körper in Flammen.
Zuckt im Rhythmus.
Eins mit der Musik.
Gedanken schwinden, verloren im Sog der Ekstase.
So rein, so klar.
Endlos, unendlich...
...

--

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******
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--



"Uh...shit... mein Schädel..."

Stöhnend richtete er sich mit den Armen auf und blinzelte mühsam den Schlaf
aus den Augen. Und riss plötzlich die Lider ganz auf.

"Wo bin ich`n jetzt schon wieder gelandet?" murmelte er verschlafen.

Müde sank er wieder zurück in die warme Decke.
Es war kein Grund zur Sorge: So etwas geschah ihm öfters.
Oft wachte er völlig orientierungslos in irgendwelchen fremden Betten auf,
meistens mit einem ziemlichen Kater. So wie eben heute.
Er war gestern Abend in seiner Stammdisco gewesen und hatte anscheinend, wie  
üblicherweise, irgendeine Tussi abgeschleppt.

/Mal schaun' wie sie eigentlich ohne Schminke ausschaut. Die letzte war ja
der reine Alptraum - uralt. Uah!/

Er schüttelte sich, als er an das letzte Erwachen dachte - einfach fürchterlich!

/Na dann.../

Ächzend drehte er sich um, auf die Seite, wo er eine angenehme Wärme ausmachte,
und blinzelte erst einmal, damit seine Sicht wieder klar wurde.
Doch da sah er nur einen verwuschelten, braunen Haarschopf.
Er musste schmunzeln.

/Kurze Haare also. Aber eigentlich wollte ich dein ganzes Gesicht sehen, Süße./

"Wie kann man nur so schlafen?"

Kurzerhand zog er ihr einfach die Decke vom Kopf - und blinzelte diesmal heftig.

/Nein. N-E-I-N. Niemals. Das kann nicht sein./

Er zog die Decke weiter hinunter, seine Bekanntschaft schlief immer noch tief
und fest. Ein ziemlich weites T-shirt. Na gut, dass bedeutete noch gar nichts.

/Und was ist mit den Bartstoppeln? Etwa ein Damenbart? Das glaubst du wohl
selbst nicht!/

Trotz seines gesunden, wenn im Moment auch leicht(?) benebelten,
Menschenverstandes, zog er die Decke nun ganz hinab, bis zu den Hüften.
Er schluckte, bevor er einen Blick hinunter wagte.
Und er schluckte sehr viel schwerer als sich sein Verdacht bestätigte:
Da lag ein Mann im Bett.

Da lag ein fremder Mann neben ihm im Bett.

Er hatte mit einem MANN geschlafen!!!!! - Nein, nein, Moment.
Moment, Moment, Moment. Nur das er hier mit einem fremden Mann, zugegebener
Maßen nur leicht bekleidet, in einem Bett geschlafen hatte, musste ja nicht
gleich bedeuten, dass er *mit* ihm geschlafen hatte.

/Ja klar, und ich bin neuerdings Jungfrau./ , antwortete er sich selbst in
Gedanken.

Trotzdem, einen zwingenden Beweis gab es immerhin noch nicht.
Vielleicht, wenn er ihn...? Nein, auf keinen Fall. Das wäre ihm zu peinlich.
Wahrscheinlich war dann wirklich nichts gelaufen und er bekäme nur Prügel.
Nee, dass musste er anders lösen.
Vor allem, was wäre, wenn der Kerl und er doch...?
Kaum auszudenken dem Typ dann auch nur noch ins Gesicht zu sehen!

Nein, er musste sich irgendwie Gewissheit verschaffen: Bei `nein` konnte er
sich getrost für die Übernachtung bedanken und verabschieden, und bei `ja` so
leise wie möglich herausschleichen.
Ja, genauso würde er es machen: Flucht.
Eigentlich wie immer. Warum sich also unnötig aufregen?

/Weil du vielleicht von einem MANN, einem Wesen deines Geschlechts, flachgelegt
wurdest?/
 Oder hatte er am Ende vielleicht sogar selbst...?
Schließlich war er es, der die Frauen verführte und nicht andersherum
(nicht, dass sie ihm nicht schöne Augen machen, er bezieht sich hier eher auf  
die `Bettposition` :).

"Oh shit..." murmelte er abermals und sah sich nach Hinweisen für die letzte
Nacht um.

Sein erster Blick fiel auf den Fußboden, dann auf den Mülleimer.
Ein ganz unschuldig wirkender Mülleimer, der zu weit weg stand, als dass er den
Inhalt erkennen konnte.  
Er lehnte sich ein wenig aus dem Bett und schielte hinein. Es war was drin,
doch der Abstand war noch zu groß. Also lehnte er sich noch weiter vor, noch
ein Stückchen, noch etwas mehr --

- und erstarrte. Er kniff seine Augen fest zu und öffnete sie.
Doch sie waren immer noch da: Kondome. Eindeutig Kondome.
Und er wusste wie so was aussah, er kannte sich schließlich mit diesen netten,
kleinen Dingern aus.

"Oh Shit, nein, nein, nein!" flüsterte er so laut wie er es sich erlauben
konnte, ohne das der andere aufwachte.

/Aber vielleicht war das ja vor mir?/ fragte er sich verzweifelt.

Dann stellte sich sein Geruchsinn ein. Und es roch eindeutig nach Sex.
Er roch nach Sex.

"Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße, verflucht nochmal, warum zum Teufel ich,
ein absoluter Hetero?"

Er musste hier raus, und zwar schnell! Hektisch sah er sich nach seinen
Klamotten um, und konnte sie, nach einigen Halsverrenkungen, am Vorderende
des nicht gerade kleinen Bettes, erhaschen.

Hastig versuchte er sich aus dem Knäuel von Decken und Laken zu befreien, ohne
seine `Bekanntschaft` dabei zu wecken. Doch Geduld war noch nie seine Stärke
gewesen und somit riss er schließlich eines seiner langen Beine hervor und
versuchte so, das eine Bein immer noch verheddert, das andere frei auf dem
Fußboden, sein restlicher Körper sitzend, aus dem Bett zu schlüpfen.

Mittlerweile war er schon leicht panisch, da das Tageslicht begann sich seinen
Weg durch den Vorhang zu bahnen und das Gesicht des Fremden zu kitzeln.
Sein Geduldsfaden riss und er kämpfte sich nach vorne, wurde dabei jedoch abrupt
von irgendeinem unvorhergesehenen Widerstand gestoppt, hüpfte noch ein paar mal
auf einem Bein herum und ruderte mit den Armen, um sein Gleichgewicht wieder zu
finden, ehe er, mit der Nase voran, voll auf den Boden krachte.

Was natürlich, unter anderem wegen seinem lautem Schrei und Gefluche
("AUUUAAA, so eine verfluchte, bekackte, beschissene, abgefuckte, bescheuerte,
und völlig beknackte Scheiße, TAT DAS WEH!!!!!!!"),
einen riesigen Lärm veranstaltete.
Und natürlich gewisse andere Personen dazu bewegte aufzuwachen.

"Was`n hier los?" fragte eine tiefe, schlaftrunkene Stimme.

Kim zuckte zusammen. Er hörte das leise Knarren des Bettes und wusste, dass
sich seine `Bekanntschaft` gerade aufrichtete. Eilig drehte er sich um, so dass
er jetzt auf dem Boden saß und nicht mit seinem Gesicht die Substanz des
Teppichs studierte. Als er ein Lachen vernahm, schaute er auf.

/Eh schon alles zu spät. Toll gemacht Kim, super! Noch ein bisschen lauter und
deine schwerhörige Oma hätte dich gehört./

"Was machst`n du da unten auf dem Fußboden?"

Ah, shit, wie  p e i n l i c h!
Knallrot schaute er in das lachende Gesicht. Und musste wohl ziemlich blöd
geschaut haben, denn das Grinsen auf dem Gesicht wurde noch größer und steigerte
sich zu einem schallendem Lachen.
Aber er war auch ziemlich verblüfft. Denn der Kerl da, sah alles andere als
schwul aus. Naja, vielleicht doch, denn er sah unheimlich gut aus, dass musste
er dem Typen schon lassen.

/Trotzdem war das noch lange kein Grund mit ihm ins Bett zu gehen!/, schimpfte
er sich selbst.

Als der unverschämte Kerl sich endlich gefangen hatte, kratzte Kim das letzte
bisschen seiner Würde zusammen, befreite seinen Fuß und richtete sich, mit
vorgestreckten Kinn, wieder auf.

"Na na na, kein Grund mich jetzt so wütend anzuschauen. Du sahst nur einfach zu
süß aus, mit deinem völlig verdatterten Gesichtsausdruck. Alles ok? Hast dir
wohl weh getan, was?"

SÜß??? Moment mal, hatte er gerade richtig gehört? Hatte der Typ ihn wirklich
*süß* genannt?

/Okay Kim, gaaanz ruhig bleiben, du hast schon viele peinliche Situationen
ausgestanden - und, was noch viel wichtiger ist, überlebt - da wirst du das
hier wohl auch noch schaffen./

Genervt strich er sich die weißblonden Haarsträhnen, die ihm bis zur
Nasenspitze reichten, zurück - was allerdings nicht viel brachte, da sie ihm
gleich wieder ins Gesicht fielen - suchte sich seine Klamotten zusammen,
und zog sich eiligst an.
Schnell stieg er in das erste `Bein` seiner Jeans, als ihm auf einmal eine Hand
auf seine linke Schulter gelegt wurde.

"Hey, hey, nicht so hastig. Ich beiß schon nicht. Naja, nicht jetzt zumindest,
du hast da noch meine Abdrücke am Hals..."

Kim erstarrte und hielt weiterhin den Kopf beschämt gesenkt, während sein
Gesicht sich weiterhin heiß anfühlte.  

"Hallooo, Erde an Kim, ich rede mit dir. Hast du dir wehgetan? Oder tut dir was
anderes weh und du willst es nur nicht sagen?"

Kim schoss das Blut durch die Adern. Damit war seine Frage, wer hier mit wem
geschlafen hatte, eindeutig beantwortet. Er drehte den Kopf herum, damit er den
`blöden Arsch` ansehen konnte.

"Woher...? Egal. Jetzt hör mal genau zu. Ich bin weder süß, noch sonst was, und
diese Nacht war ein absoluter Ausrutscher, klar? A-U-S-R-U-T-S-C-H-E-R.
Ich bin hetero und nicht schwul. Ich stehe auf Frauen. Ich habe keine Ahnung,
wie mir so etwas überhaupt..., na egal, du weißt schon was ich meine.
Auf jeden Fall trennen sich hier unsere Wege, ok?"

Er erwartete keine Antwort und drehte sich somit wieder weg, um sich ganz
anzuziehen. Dann hörte er wieder dieses Lachen. Wütend machte er seine Hose zu
und zog sich schnell sein T-shirt über, ehe er sich dem immer noch lachenden
Kerl zuwandte.

"Was zum Teufel ist denn bitte so komisch?!"

"Oh man, jetzt mach mal halblang Kleiner. Also, wenn du nicht schwul bist,
dann bin ich es erst recht nicht. So wie du dich gestern an mich rangeworfen
hast...
 Nicht, dass ich mich dir nicht gerne von selbst genähert hätte, so wie
du ausschaust, aber als du so eng umschlungen mit allen möglichen Mädels getanzt
hast, dachte ich, du wärst nicht interessiert. Aber das hat sich ja dann als
falsch erwiesen..."

Der Mund seines Gegenübers verzog sich zu einem vielsagenden Grinsen.
Kim verlor jetzt auch sein letztes bisschen Selbstbeherrschung - er kochte!
Wie gern hätte er ihm jetzt seine Faust mitten in seine dämliche Fresse
geschlagen! Doch der Kerl war leider um einiges kräftiger gebaut als er,
wie er zu seinem Leidwesen feststellen musste.

"Ich habe was??? Und ich bin nicht 's c h w u l'! Da hat sich deine Beobachtung
als völlig richtig erwiesen, DAS hier, war nur ein Ausrutscher! Wie oft soll ich
das eigentlich noch wiederholen?!
 Ich war gestern einfach nur zu hacke, um noch irgendwas mitzubekommen, so
sehr, dass ich, im Gegensatz zu dir, nicht einmal weiß, wie du eigentlich heißt,
wo ich hier bin, und was letzte Nacht überhaupt hier abgegangen ist!! Klar?!"

Stinksauer fuhr Kim ihn an, beide Hände in die Hüften gestellt und seine Augen
funkelten böse.

"Oh, dass du nicht weißt, wo du bist, verüble ich dir nicht, Schätzchen." ,
 erwiderte der andere spöttisch, völlig unberührt von seinem Wutausbruch, und
hob die Augenbrauen ein wenig an. Doch bevor Kim irgendetwas auf 'Schätzchen'
erwidern konnte, fuhr er fort.

"Schließlich bist du zum ersten Mal bei mir.
Aber das du meinen Namen nicht mehr weißt, kann ich mir nur schwer vorstellen,
 nachdem du ihn mir gestern Nacht dutzendmal ins Ohr gestöhnt hast - was bei
deiner sexy Stimme ziemlich antörnend ist.
 Und jetzt erzähl mir nicht, du hättest keine Ahnung mehr, was war.
Spätestens am Geruch müsstest du`s doch erraten: Sex.
 Und sehr guter dazu, so oft wie wir beide gekommen sind...
Aber egal, ich bin ja nicht nachtragend - ich bin André, nenn mich einfach
Andy."

/Andy...Andy, da war doch was... ach, so `ne Scheiße, ich hab` Kopfschmerzen,  
verdammt. Und wie war das...?/

"O-oft?" stotterte er.

Ein Nicken.

"W-wie 'oft' denn nun genau...?"

/Bitte bitte nicht, lass das nicht war sein, nicht mehrere Male bei einem Mann!
Wenn ich schon so was erleiden musste, dann wenigstens nur ein- oder zweimal.../

"Och, schon so`n paar mal. Also, bei fünf hab` ich aufgehört zu zählen, wenn
du`s genau wissen willst, können wir`s ja gerne wiederholen."
 
"W-WAAAS???"

Sein Blut kochte und er wurde abermals knallrot vor Wut.

/OOOOHHH Scheißeeee, scheiße, scheiße, scheiße! Wieso nur, warum nur muss mir
so was absolut peinliches passieren! So viele hatte ich noch nie!!/

André betrachtete ihn immer noch mit diesem gemeinen Schmunzeln, was Kims Laune
nicht gerade steigerte, eher im Gegenteil.

"Was. ist."

Ein viel gemeineres Grinsen erschien.

"Ach nichts, ich bewundere nur gerade meinen neuestes Werk. Ich hab` ganz schön
hübsche Spuren auf deiner Haut hinterlassen."

Kim knurrte nur warnend und suchte nach seinen Schuhen.
Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein ihn so zu verschandeln?
Und dann auch noch stolz darauf zu sein? So ein Arschloch!

Mit diesen vielen Knutschflecken konnte er sich in den nächsten Tagen unmöglich
blicken lassen - zumindest nicht in seiner üblich bevorzugten, knappen Kleidung.

Schnell band er sich seine Schuhe, schnappte sich seine Jacke und wollte gerade
das Weite suchen, als ihn André aufhielt. Dunkelbraune Augen fixierten ihn.  

"Lass mich vorbei!" , herrschte Kim ihn an, völlig am Ende mit seinen Nerven.

"Jetzt sei nicht so zickig. Wenn es dir so unangenehm ist, plötzlich mit einem
Mann aufzuwachen, würde ich vorschlagen nicht soviel zu trinken.
 Außerdem könntest du mir gegenüber ruhig ein wenig freundlicher sein,
schließlich habe ich nichts ohne dein Einverständnis gemacht, ob du`s glaubst,
oder nicht."

/Zickig? Ich? Ich bin doch ein Kerl! Männer sind nicht zickig!/

"Sei nicht so 'zickig'??? Also echt, dass muss ich mir wirklich nicht gefallen
lassen, klar? Du hattest doch deinen Spaß, jetzt lass` mich in Ruhe!"

Mit diesen Worten versuchte er sich an André vorbei zuquetschen und zur
Wohnungstür zu flüchten. Doch kurz vor seinem Ziel wirbelten ihn zwei starke
Arme herum und pressten ihn gegen die Wand.

Kim blieb erst mal die Luft weg und er keuchte erschrocken nach Sauerstoff.
Mit so einer heftigen Reaktion hätte er nicht gerechnet.
Schließlich war dieser 'One night stand'- Typ vorher doch noch so ruhig gewesen,
und jetzt presste dieser ihn ziemlich hart gegen die Wand und schaute ihn so
zornig an, dass ihm leicht schwummrig wurde.

Trotzdem, sollte er sich durch so eine plumpe Reaktion etwa einschüchtern
lassen? Ha, jetzt erst recht nicht!

"Hey du Arsch! Was bildest du dir eigentlich ein, hä??? Du. tust. mir. weh,  
verdammt! Also, lass mich los, klar?! Sonst ramm ich dir mein Knie in die Eier!"

Doch anstatt Andy damit zu reizen, erreichte seine Drohung etwas ganz anderes.
Ein heimtückisches Lächeln erschien auf dessen Gesicht, dass sich ganz langsam
zu ihm hinab beugte - zu allem Ärger war der Kerl natürlich noch um ein paar
Zentimeter größer als Kim.

"Nanana, du weißt wohl nie wann Schluss ist, oder Süßer?"

Seine Stimme war nur ein heiseres Flüstern, was Kim nicht gerade behagte.
Inzwischen total aus dem Konzept gebracht, fing er an in der Umklammerung
rumzuzappeln, um sich irgendwie loszureißen.
Andy ließ sich davon nicht beeindrucken und rührte sich keinen Zentimeter,
verstärkte vielmehr seinen eisernen Griff.

"Nicht bewegen. Du tust dir sonst nur weh..."

Kim war inzwischen völlig panisch und sein Körper wurde stocksteif, als sich
Andy noch mehr näherte und er dessen heißen Atem auf seinem Hals spüren konnte.
Die wildesten Fantasien spukten ihm durch den Kopf.

/Ein Verrückter! Du hast dich mit einem vollkommenen Irren eingelassen, einen
Psychopaten!
Oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott! Ich will hier RAAAUUUUUS!!!!!/

Das Gesicht neigte sich zur Seite, so dass Andrés Mund jetzt kurz vor seinem
Ohr war. Kim hielt den Atem an.

/Ooooooohhhhh, nein,nein,nein, ich will noch nicht sterben!!!!!/

Gedanklich schon bei seinem Tod, schloss er fest die Augen und betete, dass es
wenigstens schnell vorbei war, seine Hände krallten sich zu Fäusten und seine
Fingernägel schnitten tief in die feine Haut.

"Mmmhh. Schätzchen, ich liebe deinen Geruch.."

Auf einmal spürte Kim etwas seltsames, feuchtes an seinem Ohrläppchen.
Er runzelte die Stirn, bis er begriff: Die Zunge dieses Mistkerls!

"..und deinen Geschmack." , raunte die tiefe, sinnliche Stimme.

"W-WAAAAAS????"

"SCHHHHhhhhh.."

Ein Finger war kurz an seinen Lippen, um ihn zum schweigen zu bringen.
Er verstummte augenblicklich. Nur nicht reizen!

Dann Stille. Das einzige was er hörte, war sein bis zum Hals klopfendes Herz
und die ruhigen Atemzüge seines Gegenübers, der seine Haut streifte.
Als längere Zeit nichts mehr kam, öffnete er zaghaft seine Lider -
und schaute direkt in zwei halbgeöffnete, dunkelbraune, fast schon schwarze
Augen, die ihn fest fixierten.

"Du hast echt außergewöhnliche Augen. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Ganz graue Augen, die das Licht einfangen und violett zurückwerfen. Wirklich
seltsam.. aber sehr schön."

Kim rührte sich immer noch nicht. Nicht das er es gekonnt hätte, aber er war
so gebannt von Andrés Worten, dass er seine Lage ganz vergaß.
Er hatte seine Augen nie gemocht. Kein bisschen.

Er merkte allerdings nach ein paar Augenblicken, dass der andere nicht mehr in
seine Augen sah, sondern auf seine Lippen. Und wohin das führte, konnte sich
jawohl jeder denken.

"Äh, hähä, Andy? Du willst mich doch nicht etwa - hmpf!"

Natürlich wollte er. Vor einer Sekunde noch hatte Kim ihn davon ablenken
wollen und nun presste sich schon ein fremder Mund auf seinen. Ein ziemlich
warmer und weicher Mund, wie Kim überrascht feststellen musste.
Und eine ziemlich hartnäckige Zunge, die sich fest gegen seine Lippen stemmte.

/Scheiße, wenn das so weiter geht, sterbe ich an Atemnot../

Nach abermals kurzem Zögern, öffnete er zaghaft seinen Mund, nur um plötzlich
eine heiße Zunge begrüßen zu müssen. Und die war nicht gerade schüchtern, sie
schien sehr genau zu wissen, was sie wollte.

Zuerst rieb sie langsam an seinen Zähnen entlang, glitt dann weiter vor,
kitzelte seinen Gaumen, umspielte seine eigene Zunge und raubte ihm ohne
jegliche Anstrengung den Verstand. Neckisch lockte sie ihn, mitzumachen, den
Kuss zu erwidern.

Genießerisch schloss er die Augen, seine Anspannung lockerte sich, bis er
schließlich vollkommen entspannt an der Wand lehnte, die Hände von den
Fingernägeln erlöste und wollte gerade die Aufforderung annehmen, als sich
sein Verstand wieder einschaltete.

/Halloooo, Erde an Kiiim, du küsst gerade einen Mann! Und es fängt auch noch an
dir zu gefallen! Gut geht`s dir aber schon noch, ja???!

-Mir scheißegal!! Wie lange ist es her, dass mich jemand *so* geküsst hat?

Kiiim, es ist ein Maaann.

-Ja, und wie *der* vielleicht küssen kann...

Kiiim, es ist immer noch ein Mann, der genau dasselbe in der Hose hat wie du.  

-Hä?

Du küsst gerade einen Mann! Und zwar schon ziemlich lange./

Kim schreckte hoch, riss die Augen auf und biss auf den Fremdkörper in seinem
Mund.
 
"AUTSCH! Scheiße, spinnst du?!"

Völlig perplex starrte Kim in die dunklen Augen, die ihn verständnislos
anblitzten. Verwirrt blinzelte er, versuchte das vermeintliche Phantom zu
verscheuchen, doch zu seinem Leidwesen blieb es hartnäckig.

/Keine Illusion. Na so `ne Scheiße. Echt toll gemacht Kim, so wie du den gerade
abgeknutscht hast, lässt der dich erst mal nicht in Ruhe.
 Und ihm weiszumachen, du hättest das nur aus Versehen getan... damit kannst du
dich nicht einmal selbst überzeugen, Dummkopf!/

"Haha, ach so. Mach dich das nächste Mal aber bitte weniger schmerzlich
verständlich, wenn du Luft brauchst, meine süße Wildkatze." , gluckste Andy
fröhlich.

"HÄÄÄ???" , war Kims einziger geistreicher Kommentar, bis er es endlich
schnallte.

André hatte gedacht, er hätte aus Sauerstoffmangel zugebissen. Und wie war das
noch? *Süße Wildkatze*? Hatte der sie noch alle???

Sofort öffnete er protestierend den Mund und wollte gerade richtig loslegen,
von wegen *süße Wildkatze* usw., doch bevor er überhaupt ein Wort über die
Lippen brachte, schob sich ungefragt ein Bein zwischen seine Schenkel, sein
entsetzter Schrei wurde von einer hungrigen Zunge erstickt.

Ein heißer Körper bedeckte seinen, das fremde Bein zwischen seinen drückte sich
höher, und auf einmal konnte er kurz die leichte Erregung des anderen spüren.
Sofort zuckte er zusammen. Das ging eindeutig zu weit!

Wütend und ängstlich zugleich versuchte er sich aus dieser beklemmenden Lage zu
befreien, zappelte wild hin und her, rüttelte mit den Händen, die Andrée immer
noch festhielt und bemühte sich dem Kerl kräftig auf den Fuß zu steigen sowie
ihm nochmals in die flinke Zunge zu beißen.

Alles in allem ergab das eine zu köstliche Situation für Andy, der durch die
zusätzliche Reibung, die Kim durch seine komischen und absolut unsinnigen
Befreiungsversuche verursachte, nur noch erregter wurde.

Er wusste ja nur allzu gut durch die letzt Nacht, dass Kim gerne die Oberhand
behielt, und es nichts schlimmeres für ihn gab, als zu unterliegen.
Somit hielt er das gelegentlich für einen kleinen, harmlosen Machtkampf, den er
sowieso gewinnen würde und bemerkte die Panik, die von Kim langsam Besitz
ergriff, nicht.

Auch der Zungenbiss machte ihm diesmal nichts aus und das Gezappel mit den
Beinen bereitet ihm nur zusätzliches Vergnügen und eine bessere Lage.
Kims Fuß fand den von ihm natürlich erst gar nicht.

Kim wusste natürlich nichts von Andrées Gedanken und wurde nur verrückter, als
sein wildes Gezappel diesen 'Perversen' nur noch näher zu ihm brachte und er nun
*sehr* deutlich die Erregung des anderen spüren konnte.

Selbst seine Zähne schienen ihn nicht mehr zu stören, nein, im Gegenteil, er
revanchierte sich auch noch dafür, in dem er in Kims Unterlippe biss und sie
leicht zum bluten brachte! SO EIN ARSCHLOCH!!!!!

Endlich schien auch dieser geile Klammeraffe unter Atemverlust zu leiden und
ließ von ihm ab - zumindest von seinem Mund. Stinksauer versuchte sich Kim ein
wenig aufzurichten und einen stärkeren Eindruck zu machen, als er sich
eigentlich danach fühlte.

/Nur nicht zeigen, wie viel Angst man eigentlich wirklich hat, dass macht solche
Raubtiere erst recht scharf!/

Dunkle Augen funkelten ihn lüstern und zugleich belustigt an, als ob er sich
über irgendetwas furchtbar amüsierte. Kims Zorn übernahm wieder die Überhand
und ließ ihn seine Panik vergessen.
Doch bevor er auch nur den Mund aufmachen konnte, meinte Andy leise, in einem
für Kim viel zu vertraulichen Ton:

"Wollen wir das nicht wo anders hin verlegen? Wie wär`s mit dem Schlafzimmer?"

"Hast du `nen Knall??? Nimm endlich deine ekligen Griffel von mir und l.a.s.s  
m.i.c.h  e.n.d.l.i.c.h  LOOOS! Kapiert??? Ich will dich und deinen verdammten
kleinen Freund nie wieder sehen oder spüren, klar?!!
 Hol dir gefälligst selbst einen runter, wenn du`s so nötig hast!!
Und jetzt entschuldige mich, ich hab noch was zu tun!!!"

Zu Kims Überraschung wurde er tatsächlich im selben Moment losgelassen und Andy
entfernte sich ein paar Schritte von ihm.

"Weißt du was, ich hab die Schnauze gestrichen voll, von euch angeblich  
heterosexuellen Mistkerlen, die sich nicht eingestehen können, sich von einem
Kerl angezogen zu fühlen. Mach doch was du willst!
 Die Nacht mit dir war zumindest einmalig, und du hast mir das selbst bestätigt.
Falls du dich doch mal besinnst und nicht mehr so zickig und stur bist,
kannst du mich ja anrufen, vielleicht verzeih ich dir ja.
 Bis dahin, verschwinde Kim.
Hau ab, mit deinen engstirnigen Ansichten, dass geht mir gehörig auf den Sack!"

Andrée schloss, seinen Ausbruch damit noch unterstreichend, die Tür auf und
hielt sie für Kim auf.

Diese Aufforderung nahm Kim nur zu gerne an, auch wenn er einigermaßen geschockt
war, von dem Ausbruch seines 'One night stand'.
 So schnell er konnte, verschwand er durch die Tür, knallte sie hinter sich zu,
rannte die Treppen hinunter, und hielt erst wieder an, als er ein gutes Stück
vom Haus entfernt war.

/Gut, dass wenigstens mein Orientierungssinn nicht gelitten hat./ dachte er sich
grimmig, und lief Richtung Busstation.


*-*-*-*-*-*


Ende Teil 1
#Ich hoffe es hat wem gefallen? Oder hat es gar nicht gefallen?
Kritik und Kommentare werden sehr zu Herzen genommen!#
Bye, bye, rachiel!!! ^_^

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